Nvidia: Was bringen Geforce RTX 4080 und 4090 für VR-Gaming?

Nvidia: Was bringen Geforce RTX 4080 und 4090 für VR-Gaming?

Nvidias neue RTX-40-Grafikkarten sollen einen gewaltigen Leistungssprung hinlegen. Wie macht sich dieser in VR-Spielen bemerkbar?

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Wie erwartet hat Nvidias CEO Jensen Huang hat in seiner Video-Keynote am 20. September neue Grafikkarten der Geforce-RTX-40-Reihe vorgestellt. Sie basieren auf der Ada-Lovelace-Architektur und machen sich das KI-gestützte DLSS-3-Rendering zunutze. Die dritte RTX-Generation soll bis zu viermal so schnelle Ergebnisse wie die Ampere-Architektur liefern.

Laut Hersteller leisten die Streaming-Multiprozessoren mehr als das Doppelte der vorherigen Generation. Eine RTX 4090 arbeitet mit 76 Milliarden Transistoren und 16.384 CUDA-Cores, ihre Shader-Leistung liegt bei bis zu 83 Teraflops (RTX 3090 Ti: 40 Teraflops). Dank der Tensor-Kerne der vierten Generation werde ein gehöriger Leistungssprung möglich: Sie liefern bis zu 1,32 Tensor-Petaflops, also fünfmal so viel wie bei der vorherigen Generation mit FP8-Beschleunigung.

Bis zu 83 Teraflops mit der RTX 4090

Günstig wird die Anschaffung in keinem Fall: Für die RTX 4090 werden üppige 1.949 Euro aufgerufen. Der Preis für die RTX 4080 liegt bei 1.469 Euro (16 GB) beziehungsweise 1.099 Euro (12 GB). In den USA werden „lediglich“ 1.550 Dollar (RTX 4090), 1.199 Dollar (RTX 4080, 16 GB) und 899 Dollar (RTX 4080, 12 GB) genannt. Letztere setzt neben geringerem Speicher auch auf eine kleinere Variante des Chips – womöglich hat Nvidia hier eine geplante 4070 in das 4080 Preissegment verlagert.

In allen Modellen ist zudem Hochgeschwindigkeits-GDDR6X-Speicher von Micron verbaut. Die RTX 4090 liefert laut Nvidia konstant über 100 Bilder pro Sekunde bei Spielen in 4K-Auflösung.

Gerade VR-Brillen mit hoher Auflösung profitieren vom schnellem Speicher – und der allgemeinen Leistungssteigerung, sofern sie sich in unabhängigen Benchmarks bestätigt. Die Varjo Aero etwa mit ihren 2880 x 2720 Pixeln stieß mit aktuellen Grafikkarten schnell an ihre Leistungsgrenze. Auch Pimax-Modelle wie die kommende Pimax Reality 12K QLED (5.620 Pixel × 2.720 Pixel, 200 Hz) dürfte sich besser „ausfahren“ lassen.

Nvidia pries zudem RT-Kerne der dritten Generation mit bis zu 191 Teraflops für effektiveres Raytracing an: Es soll 2,8-mal so effektiv arbeiten wie bei der vorigen Generation. Noch ist die Technik in VR-Spielen allerdings eher die Ausnahme.

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Einige Titel ziehen aber bereits auf aktuellen RTX-Karten Vorteile aus dedizierten Raytracing-Kernen, um die Technik in Echtzeit zu ermöglichen und gleichzeitig die VR-typischen hohen Bildraten aufrechtzuerhalten. Im Mechaniksimulator Wrench VR beispielsweise kommen sowohl aktuelles DLSS als auch Raytracing zum Einsatz: Letzteres für Reflexionen und Schatten in hoher Qualität.

Auch in Nvidias App Omniverse XR könnt ihr bereits mit der VR-Brille digitale Welten erkunden, die von Raytracing Gebrauch machen. Dort erzeugt es ebenfalls weiche Schatten und realistische Spiegelungen. Mehr zur Omniverse Cloud, neu angekündigter Hardware und neuen Features erfahrt ihr hier.

DLSS 3 auch im Microsoft Flight Simulator

Das frisch angekündigte DLSS 3 wiederum soll KI-Rendering aufs nächste Level bringen. Die neue Iteration errechnet vollständige Frames, ohne dabei die eigentliche Grafik-Pipeline zu belasten. Bis zu sieben Achtel der angezeigten Pixel lassen sich so mit KI rekonstruieren, was die Bildwiederholrate im Vergleich zu einem Bild ohne DLSS 3 um das Vierfache erhöhen kann.

Das Prinzip ähnelt Reprojektions-Techniken im VR-Bereich: Application Spacewarp zum Beispiel berechnet ebenfalls Zwischenbilder, um bis zu 70 Prozent mehr Leistung zu erreichen.

Nvidias neue Neural-Rendering-Funktion unterstützt die Spiele-Engines Unity sowie Unreal Engine 4 und 5. In der Liste unterstützter DLSS-3-Titel befindet sich mit dem Microsoft Flight Simulator auch ein VR-Spiel. Die sehr detailreiche Flugsimulation leidet bekanntlich ab und zu unter leichten „Hängern“ bei der Bildrate und ist stark CPU-limitiert.

Da DLSS-3 durch den Einsatz der „Optical Multi Frame Generation“ via neuronalen Netz das Rendern neuer Bilder von der Spieleengine entkoppelt, kann die Technologie auch Limitierungen durch eine CPU umgehen. Wie sich die Technik in VR schlägt, wird sich in Tests zeigen müssen.

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Beim ebenfalls in VR spielbaren Rennspiel F1 22 (zum Test) liegen Nvidias relative Leistungsangaben mit DLSS 3 sogar mehr als zweieinhalbmal so hoch (Testsystem siehe Screenshot). Bei den Angaben bezieht sich Nvidia allerdings auf das Spiel auf einem 4K-Monitor (3840 x 2160 Pixel).

In dem Rennspiel könnten bei möglicher DLSS-3-Nutzung vor allem die anspruchsvollen Szenen in der Boxengasse flüssiger ablaufen, die im Test mit einer RTX 2080 Ti Probleme zeigten: Sie bremsten bereits auf einer Valve Index (1.440 × 1.600 Pixel pro Auge) das Spiel aus und sorgten für unangenehmes Ruckeln. Allgemein sollten sich auf Valves Brille leichter angenehm flüssige 144 Hertz befeuern lassen. Auch Supersampling würde sich angesichts der scharfen Kulisse anbieten.

DLSS 3 Benchmark | Bild: Nvidia

Hier einige weitere beworbene Spezifikationen der RTX-40-Serie, die laut Nvidia folgende Vorteile mit sich bringen:

  • Shader Execution Reordering (SER) verbessert die Effizienz der Ausführung, indem Shading-Workloads im laufenden Betrieb neu geplant werden. Dadurch werden die Ressourcen der GPU besser genutzt. SER ist eine ebenso bedeutende Innovation wie die Out-of-Order-Ausführung für CPUs und verbessert die Raytracing-Leistung um das Dreifache und die Framerates in Spielen um bis zu 25 %.
  • Ada Optical Flow Accelerator mit zweimal höherer Leistung ermöglicht DLSS 3 die Vorhersage von Bewegungen in einer Szene, sodass das neurale Netzwerk die Bildrate bei gleichbleibender Bildqualität steigern kann.
  • Architektur-Verbesserungen, die eng mit der kundenspezifischen TSMC-4N-Prozesstechnologie gekoppelt sind, führen zu einer bis zu zweifachen Verbesserung der Energieeffizienz.
  • Die RTX 4090 ist in aktuellen Spielen bis zu zweimal so schnell bei gleichbleibendem 450W-Stromverbrauch.

Die Geforce RTX 4080 und 4090 werden in verschiedenen Hersteller-Varianten erhältlich sein, von Partnern wie Asus, Colorful, Gainward, Galaxy, Gigabyte, Innovision 3D, MSI, Palit, PNY und Zotac. Ein Referenzdesign von Nvidia unter dem Namen „Founders Editions“ ist ebenfalls wieder geplant, allerdings nur für die Modelle RTX 4090 und RTX 4080 (16 GB). Hier geht es zur Verfügbarkeits-Benachrichtigung auf der offiziellen Website.

AMD kontert im November, Nvidia könnte über Preisgestaltung stolpern

Die Konkurrenz steht übrigens schon bereit: Bereits kurz vor Nvidias Präsentation kündigte AMD an, wann die neuen Karten der RNDA-3-Architektur vorgestellt werden. Auf Twitter nannte das Unternehmen einen weltweiten Start der neuen Generation am 3. November. Ein Geschenk an Gamer:innen sollte man wohl nicht erwarten, AMD wird sich an der Preisgestaltung Nvidias orientieren.

Die könnte allerdings zum Problem für Nvidia werden, die hohen Preise gerade für die 4080er-Karten werden auf YouTube, Reddit und anderen Plattformen stark kritisiert. Die RTX 3080 startete für 699 US-Dollar – für die neue Generation verlangt Nvidia 200 bis 500 US-Dollar mehr. Wer die 4080 in der 12-Gigabyte-Variante als Rebrand der 4070 sieht, kann hier einen Aufschlag um 400 US-Dollar von 499 US-Dollar für die RTX 3070 zu 899 US-Dollar für die RTX 4080 (12 GB) feststellen.

Gleichzeitig nähern sich die Preise für die 3000-Serie langsam wieder einer realistischen Preisgestaltung an. Das Versprechen doppelter oder vierfacher Bildwiederholraten der 4000-Serie bezieht sich bei einem genauen Blick in die wenigen von Nvidia veröffentlichten Graphen auf Fälle, in denen DLSS 3 und Raytracing genutzt werden können. Bei Titeln, die kein DLSS und Raytracing unterstützen – also einem Großteil aktueller VR-Spiele – fällt der Vorsprung deutlich geringer aus.

In Titeln wie Resident Evil Village oder Assassin’s Creed Valhalla, bietet die RTX 4090 etwa 50 bis 70 Prozent Leistungszuwachs. | Bild: Nvidia

Die RTX 3090 Ti könnte in den nächsten Monaten unter 1.000 Euro fallen und kostet dann etwa die Hälfte des Spitzenmodells der neuen Generation. Wer DLSS 3, schnelleres Raytracing und vermutlich etwa 30 bis 60 Prozent mehr Leistung möchte, könnte bereit sein, den Aufpreis zu zahlen. Alle anderen sollten auf günstigere Modelle warten, alte Modelle günstig erstehen – oder auf AMD hoffen.

Quellen: Nvidia