Nvidia startet Omniverse Cloud für das Industrial Metaverse

Nvidia startet Omniverse Cloud für das Industrial Metaverse

Nvidias CEO Jensen Huang gibt auf seiner GTC-Keynote Einblicke in die Metaverse-Bemühungen des Unternehmens. Neben der Omniverse Cloud gibt es neue Hardware und Features.

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Das Metaverse sieht Nvidia als die 3D-Evolution des Internets. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei aktuell primär auf etwas, das man das industrielle Metaverse nennen könnte: Digitale Zwillinge von Fabriken, simulierte Schienennetze, Funkturmsimulationen, Robotertraining in der Simulation oder Kollaborationen in der 3D-Entwicklung.

Das heutige Internet sei durch Webseiten verbunden, die in HTML beschrieben und über einen Browser betrachtet werden, so Huang. Das Metaverse, das 3D-Internet, verbinde virtuelle 3D-Welten, die in USD (Universal Scene Description) beschrieben und über eine Simulations-Engine angezeigt würden.

Nvidias Omniverse sei eine Plattform für die Entwicklung und Ausführung von Metaverse-Anwendungen.

„Das Omniverse ist eine groß angelegte 3D-Datenbank in Echtzeit. Es ist eine gemeinsame 3D-Welt“, so Nvidias CEO. „Omniverse ist ein auf USD aufgebautes Netzwerk. Es verbindet 3D-Welten.“ Omniverse sei zudem eine Computerplattform, die Anwendungen ausführen könne.

Mittlerweile nutzen 700 Unternehmen und 200.000 Personen Omniverse. Zu diesen gehören Unternehmen aus Verkehr, Einzelhandel, Kommunikation oder dem Energiesektor. Auf Nvidias Liste befinden sich etwa AT&T, BMW, PepsiCo, Siemens, Lockheed Martin, Industrial Light&Magic oder Amazon Robotics. Weitere 150 Software-Partner unterstützen Omniverse.

Nvidia Omniverse Cloud als SaaS-Produkt

Um noch mehr Unternehmen und Einzelpersonen den Zugang zu Omniverse zu ermöglichen, startet Nvidia Ominiverse Cloud. Der Service soll Technologie von Geforce Now nutzen und etwa latenzarmes Streaming interaktiver 3D-Grafikerlebnisse über Edge-Geräte in 100 Ländern ermöglichen.

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Teams können mit einem Klick 3D-Workflows entwerfen und ohne leistungsstarke Edge-Geräte alle Features von Omniverse wie Physik-Simulation, Raytracing und KI-Features nutzen.

Erste Unternehmen wie Siemens, RIMAC oder WPP kündigten bereits an, Omniverse Cloud zu nutzen. WPP möchte den Cloud-Service etwa für Marketing-Dienstleistungen für die Automobilindustrie einsetzen. Nvidia kündigte zudem Container Deployments, neue Entwickler-Toolkits, etwa für Neural Rendering und ein neues Publishing-Portal an.

Im Rahmen der GTC will Nvidia außerdem erste Beispiele für webbasierte USD-Erfahrungen zeigen. Mit Siemens-JT-Support kommt zudem ein USD-Connector, der das Omniverse für alle CAD-Workflows öffne.

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Nvidias OVX-Plattform für digitale Zwillinge

Abseits der zahlreichen Software-Ankündigungen zeigte Nvidia auch neue Hardware: Omniverse sei eine neue Form von Computing-Plattform und benötige daher ein neues Computer-System, so Huang.

Dieses System bestehe aus drei Elementen: RTX-Computer für Creation, Design und Engineering, OVX-Server, die Verbindungen zur Nucleus-Datenbank herstellen und Simulationen der virtuellen Welt ausführen und Nvidias Graphics Delivery Network via Geforce Now als Portal zum Omniverse.

Nvidias zweite Generation OVX soll hochauflösende Grafiken über Omniverse Cloud und Geforce Now an die Edge bringen. | Bild: Nvidia

Nvidias zweite Generation der OVX-Plattform ist das Metaverse-Pendant zur KI-Plattform HGX H100: Statt KI-Berechnungen beschleunigt OVX Metaverse-Applikationen wie digitale Zwillinge. Die zweite Generation OVX soll Anfang 2023 verfügbar sein und setzt auf acht L40-GPUs der neuen Ada Lovelace Generation. Für die Omniverse-Plattform übernimmt OVX die grafikintensive Simulation virtueller Welten, HGX die KI-Workloads.

Deutsche Bahn, Lowe und Heavy.AI zeigen Omniverse-Beispiele

Im Rahmen der GTC zeigen mehrere Unternehmen, wie sie Omniverse einsetzen. In der Keynote gab es einige Beispiele zu sehen: Heavy.ai baut mit Omniverse ein Framework für digitale Zwillinge für Telekommunikationsunternehmen auf. Laut Nvidia ermögliche das den Unternehmen bessere Planung für den Bau und Betrieb von Netzen.

Das auf Heimwerker:innen spezialisierte US-Einzelhandelsunternehmen Lowe’s zeigte den ersten digitalen Zwilling für den Einzelhandel. Mit der digitalen Kopie eines Marktes könne das Unternehmen die Verkaufsleistung besser verstehen und Tausende von Ladenlayouts testen, Kunden-Ströme aus historischen Daten mit KI simulieren oder einzelne Regale anpassen und Daten aus verschiedenen Geschäften zusammenführen.

Die digitalen Informationen lassen sich außerdem von Mitarbeitenden in AR mit Brillen wie der Magic Leap 2 ansehen. Der digitale Zwilling wird so zur AR-Kopie, überlagert über die Realität.

Auch die Deutsche Bahn nutzt Omniverse: Die Abteilung Digitale Schiene Deutschland (DSD) baut den ersten digitalen Zwilling im Landesmaßstab, der den automatischen Zugbetrieb über ein ganzes Netz hinweg vollständig simulieren soll.

Mit der realistischen und physikalisch korrekt simulierte Kopie will die DSD hochleistungsfähige Wahrnehmungs-, Vorbeugungs- und Managementsysteme entwickeln, um unregelmäßige Situationen im täglichen Eisenbahnbetrieb optimal zu erkennen und zu reagieren. Ein Beispiel können etwa umgefallene Baumstämme oder Personen auf den Schienen sein. Am Ende soll ein komplett automatisiertes Zug-Netz stehen.