Nvidia stolpert von der Krypto- in die RTX-Krise.

Obwohl im vierten Quartal 2018 die von PC-Spielern langersehnte neue Grafikkartenserie RTX auf den Markt kam, muss Nvidia jetzt die Umsatzschätzung für das vergangene Weihnachtsquartal signifikant senken:

Von 2,7 Milliarden US-Dollar geht es abwärts auf 2,2 Milliarden US-Dollar. Analog dazu brach die Nvidia-Aktie nach Handelsstart gestern innerhalb von Minuten um 18 Prozent ein.

Nvidia-Chef Jensen Huang bezeichnet das vierte Quartal 2018 als “außergewöhnlich turbulent”, “extrem enttäuschend” und als “Schlag ins Kontor”.

China und zu hohe Preise

Nvidia nennt zwei mögliche Verursacher für die Umsatzlücke: Zum einen habe die weltweit und speziell in China schwächelnde Konjunktur die Nachfrage negativ beeinflusst.

Zum anderen seien wohl hohe Preise für die neuen RTX-Grafikkarten dafür verantwortlich, dass Gamer den Kauf verzögerten, bis bessere Demonstrationen der neuen RTX- und KI-Technologie existieren oder die Preise sinken.

Nvidias bezahlbare Mittelklassekarte RTX 2060 startete erst Mitte Januar 2019 ab 370 Euro. Die Preis-Leistungs-Karte gehörte in der Vergangenheit stets zu Nvidias erfolgreichster Hardware, das Unternehmen hofft auch jetzt wieder auf gute Verkaufszahlen.

Für VR-Enthusiasten ist die Karte nur eingeschränkt interessant, da bei vielen Versionen der Virtual-Link-Anschluss für Next-Gen-VR-Brillen fehlt – es sei denn, man kauft direkt von Nvidia.

Eine noch günstigere Mittelklasse soll Mitte Februar mit der GTX 1660 Ti an den Start gehen, die im Gegensatz zur 2060er-Karte auf RTX- und KI-Funktionen verzichtet. Auch hier fehlt voraussichtlich der VR-Anschluss.

In die Umsatzkrise schlitterte Nvidia im vergangenen Jahr, als es wegen der hohen Nachfrage von Krypto-Minern im Frühjahr zunächst Grafikchips überproduzierte und dann nicht mehr abverkaufen konnte, nachdem der Krypto-Markt einbrach oder Miner auf fürs Mining geschaffene Hardware wechselten.

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