Die FCC genehmigt Google ein neues Smarthome-Gerät mit Display und einer speziellen Funkfrequenz. Bekommt die Radartechnologie Soli eine neue Chance?

Eine neue Genehmigung der US-Bundesbehörde für Funk und Kommunikation (FCC) sorgt gerade für reichlich Spekulation: Berichten zufolge soll die Zulassung einem Google Nest Hub gelten, das einer schon fast als beerdigt abgestempelten Google-Innovation zu neuem Ruhm verhelfen könnte.

Neues Google Nest Hub: viel Raum für Spekulation

Das Gerät mit der Identifikationsnummer A4RGUIK2 wird in den FCC-Dokumenten als “interactive device” bezeichnet. Ein Begriff, den Google vorher nur für seine Smarthome-Geräte wie Nest Hub, Nest Mini oder Nest Audio benutzt haben soll.

Zudem wird das Gerät ein FCC e-Label erhalten, was bestätigt, dass es einen Bildschirm haben wird. A4RGUIK2 ist außerdem mit den Funkstandards Bluetooth, WLAN und Zigbee ausgestattet, was ebenfalls für ein Smarthome-Gerät spricht. Gerade der Zigbee-Standard fehlt vielen Nutzern im aktuellen Nest Hub und dem kürzlich veröffentlichten Nest Audio.

Amazon hingegen verbaut das Funkprotokoll in seiner aktuellen Echo-Generation im Smart-Speaker Echo 4 (Test) und dem bisher noch nicht in Deutschland erhältlichen Echo Show 10. Letzterer stünde in direkter Konkurrenz zu einem neuen Nest Hub. Um sich von dem hervorragend ausgestatteten Echo Show abzusetzen, könnte Google ein altbekanntes Ass aus dem Ärmel ziehen.

Kommt Google Soli zurück?

Das potenzielle neue Nest Hub nutzt Funkfrequenzen im Bereich von 58 bis 63,5 Gigahertz. Dieses Frequenzband nutzte zuletzt das Google Pixel 4. Wir erinnern uns: Es ist das erste und einzige Smartphone, das Googles Radarsteuerung Soli integriert hatte.

Soli, im Pixel 4 unter “Motion Sense” bekannt, erfasst Reflexionsmuster elektromagnetischer Wellen submillimetergenau. Das ermöglicht außergewöhnlich genaue Gestensteuerungen.

Im Pixel 4 enttäuschte die Technologie allerdings weitestgehend und wurde beim neuen Pixel 5 aus Kosten- und Nutzengründen wieder ausgespart. Der Funktionsumfang von Soli war beim Pixel 4 stark eingeschränkt und die Gestensteuerung konnte ihr volles Potenzial nicht erfüllen.

Eines der Probleme war, dass der Sensor nicht genau feststellen konnte, was sich nun bewegt – die Hand vor dem Smartphone-Display oder doch nur das Smartphone vor der Hand.

Genau dieses Problem würde bei Geräten mit fest platziertem Display wie den Nest Hubs entfallen. Vergleichbare Geräte werden in der Regel per Sprache oder Wischgesten über das Touchdisplay bedient. Eine komplexe Gestensteuerung vor dem Display, die dem innovativen Project Soli von 2015 deutlich näher käme als dem abgespeckten Motion Sense, wäre ein interessanter Kaufanreiz.

Titelbild: Google, Quelle: 9to5google

Weiterlesen über Google-Tech:

steady2

MIXED.de Podcast: VR, AR und KI - jede Woche neu

Jetzt reinhören: Alle Folgen


Hinweis: Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.