Computer anzusprechen, statt anzuklicken, könnte die nächste Interface-Revolution werden: 2020 jedenfalls verzeichnet Google beim eigenen Assistant ein deutliches Wachstum bei den Nutzungszahlen über viele verschiedene Bereiche hinweg.

2020 rollte Google einen neue, verbesserte Version des Google Assistant flächendeckend an Android-Smartphones aus: Fortschritte bei der KI-Architektur ermöglichten es Google, das einst 100 Gigabyte große KI-Sprachmodell in der Cloud auf 0,5 Gigabyte zu schrumpfen. In der Folge läuft der neue Assistant lokal auf dem Smartphone und reagiert schneller.

Außerdem lernte der Assistant in den letzten Monaten neue Funktionen speziell für Familien, zusammenhängende, komplexere Befehle und Routinen, die KI-Stimme liest Webseiten vor und klingt natürlicher.

Kürzlich stellten Google-Forscher eine verbesserte Spracherkennung vor, die einzelne Stimmen besser von anderen Geräuschen trennen und somit effektiver erkennen kann – auch diese Funktion läuft offline statt in der Cloud.

Kurz gesagt: Google hat das Potenzial von natürlicher Sprachinteraktion mit dem Computer erkannt – und investiert entsprechend.

Mama ist die Beste

Im eigenen Blog teilt Google jetzt mit, welche Sprachbefehle Nutzer in diesem Jahr besonders häufig aussprachen. Die Anzahl der über den Assistant verschickten Text-Nachrichten zum Beispiel hat sich laut Google 2020 verdoppelt. Bei den angerufenen Personen steht “Mama” ganz oben auf der Liste.

Auch als Übersetzungs- und Buchstabierhilfe wurde der Assistant laut Google mehr als doppelt so oft eingesetzt: “Ich liebe dich” war bei den Übersetzungen vorne, Buchstabier-Unterstützung wurde besonders häufig beim Wort “Quarantine” (dt. Quarantäne) abgefragt.

KI-Storys mit Bananenbrot

Besonders stark ist das Wachstum im Küchen-Kontext: Laut Google wurden 2020 achtmal mehr Rezepte über den Assistant gesucht. Besonders beliebt: das Bananenbrot. Dazu passend wurden 2020 mehr Timer gesetzt als in sämtlichen Jahren zuvor. Bei Familien ist der häufigste Timer “Zeit fürs Bett”.

Die integrierte Geschichtenerzählfunktion des Assistant (“OK Google, erzähl mir eine Geschichte”) wurde dreimal häufiger aufgerufen als in den Jahren zuvor. Im Smart-Home-Kontext musste der Assistant besonders oft Lichter an- und ausschalten, gefolgt von Kontrollbefehlen für die Klimaanlage, die Temperatur, den TV und die Xbox.

Das deutliche Nutzungswachstum in allen Bereichen zeigt einerseits, dass die Spracheingabe technisch gut funktioniert und die maschinellen Stimmen besser klingen – das baut Nutzungsbarrieren ab. Sie zeigt aber auch, dass Menschen offenbar grundsätzlich dazu bereit sind, mit dem Computer zu sprechen.

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