Der AR-Brillenhersteller Magic Leap kämpft ums Überleben. Der Stichtag ist offenbar der 21. Juni.

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Im April gab Magic Leap umfangreiche Entlassungen bekannt. Das Unternehmen selbst nennt keine Zahl, laut Bloomberg sollen circa 1.000 Angestellte betroffen sein.

Magic Leap beschäftigte zuvor zwischen 1.700 und 2.000 Personen an Standorten weltweit, unter anderem in Seattle, Boulder, Sunnyvale, Austin, Los Angeles, Neuseeland, Zürich und Helsinki. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Plantation, Florida.

Im Zuge der Entlassungen wird jetzt (via Geekwire) das Kreativstudio für Inhalte in Seattle geschlossen. Davon betroffen sind 39 Angestellte. Leiter des Seattle-Studios war der Sci-Fi-Autor Neal Stephenson, unter anderem bekannt für seinen Metaverse-Roman “Snow Crash”.

Magic Leap: Neal Stephenson leitet neues Studio in Seattle

Sci-Fi-Autor Neal Stephenson sollte Magic-Leap-Angestellte mit Zukunftsvisionen inspirieren. Bild: Stephenson

Stephenson sollte Magic Leap als “Chef-Futurist” die Visionen liefern, die Programmierer und Designer in Code umsetzen. Neben Stevenson musste auch Magic Leaps Spielechef Graeme Devine seinen Posten räumen.

Magic Leaps Stichtag ist der 21. Juni

Nach außen verkaufte Magic-Leap-Chef Rony Abovitz die Entlassungen als Neuausrichtung mit verändertem Geschäftsziel: In Zukunft wolle das Unternehmen AR für die Industrie machen anstatt für Endverbraucher. In Bedrängnis geriet Magic Leap, nachdem für Ende 2019 erwartete Investorengelder über 500 Millionen US-Dollar ausblieben.

Statt einen geordneten Rückzug zu begehen, scheint Magic Leap jedoch eher die Notbremse zu ziehen: Die bei Magic-Leap-Themen schon in der Vergangenheit gut informierte Webseite The Information berichtet, dass Magic Leap gerade mit einem Medizinunternehmen über eine Investition in Höhe von 100 Millionen US-Dollar verhandelt.

Sollten die Verhandlungen scheitern, wäre Magic Leap nur noch bis zum 21. Juni geschäftstüchtig. Auch die Kündigungen in Seattle sind laut Geekwire auf den 21. Juni datiert.

Die erwähnten 100 Millionen US-Dollar wären für Magic Leaps Verhältnisse eher ein kleiner Betrag.  Selbst nach den Entlassungen dürfte das Geld nur als kurzfristige Überbrückung reichen: Magic Leap beschäftigt noch immer hunderte Fachkräfte und generiert aus eigener Kraft keine nennenswerten Umsätze. Rund 2,6 Milliarden US-Dollar sammelte das Unternehmen in den vergangenen Jahren ein.

Was bei Magic Leap schiefging, besprechen wir im MIXED.de Podcast #193.

Titelbild: Magic Leap

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