Microsoft Azure: Neue XR-Features, Kinect wird kommerziell

Microsoft Azure: Neue XR-Features, Kinect wird kommerziell

Microsoft expandiert mit Azure Kinect und Hololens 2. Außerdem kommen neue Features für den Azure-Mixed-Reality-Service.

Microsoft kündigt in einem Blog-Post mehrere neue Entwicklungen an. Die branchenführende AR-Brille Hololens 2 erscheint auf weiteren Märkten und der Azure Mixed Reality Service bekommt ein neues Feature. Außerdem verkündet Microsoft eine kommerzielle Partnerschaft mit Unternehmen, die eigene Produkte mit Technologie der Tiefenkamera Azure Kinect ausstatten werden.

Azure Kinect: Das ist Microsofts Weiterentwicklung des Xbox-Gadgets

Mit der KI-Kamera Azure Kinect richtet sich Microsoft an professionelle Anwender und Entwickler. Die Technik basiert auf der Kinect-Kamera, die einst bei Microsofts Spielekonsole Xbox 360 als Body-Tracker zum Einsatz kam.

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In dem Gerät stecken eine 12-Megapixel-RGB-Videokamera und eine Tiefenkamera, die mit einem Megapixel auflöst. Ein räumliches Mikrofon-Array nimmt Sprache und Schall in Nah- und Fernbereich auf.

Dazu kommen ein Gyroskop und externe Sync-Pins für eine einfachere Synchronisierung von Sensorströmen, wenn mehrere Kinect-Geräte verbunden werden.

Microsoft bietet die Azure Kinect im Entwickler-Kit auf der eigenen Webseite für 400 Euro an. Das Kit beinhaltet neben dem Gerät ein Sensor-SDK für Low-Level-Zugriff auf Sensor und Geräte, ein Body Tracking SDK für eine dreidimensionale Körpererfassung und das Speech Cognitive Services SDK für den Zugriff auf das Mikrofon und Sprachdienste in der Azure-Cloud.

Die Bewegungen einer Frau werden von Microsofts Azure Kinect Kamera analysiert.

Die Körpererkennung von Azure Kinect könnte bei der Analyse von Trainingsergebnissen helfen. | Bild: Microsoft

Im Zusammenspiel mit Microsofts Cloud-Computing-Dienst Azure soll es für Entwickler beispielsweise einfacher werden, KI-Algorithmen zur Bilderkennung zu erstellen. Als mögliche Einsatzgebiete für die KI-Tiefenkamera sieht Microsoft unter anderem das Gesundheitswesen, Medien, Handel und Industrie. Mit der angekündigten Kollaboration findet die Azure Kinect Einzug in die Fertigungsindustrie und Robotik.

Microsoft: Kollaboration mit Sensor-Herstellern

Die Unternehmen Analog Devices und SICK AG werden künftig eigene Geräte mit einer 3D-Time-of-Flight-Technologie (TOF) ausstatten, die laut Microsoft so bisher nur in der Azure Kinect steckt. TOF-Kameras messen Distanzen und sammeln Umgebungsinformationen mithilfe des Laufzeitverfahrens. Dabei wird die Zeit gemessen, die ein Signal benötigt, um eine bestimmte Strecke zu durchlaufen und zum Sensor zurückzukehren.

Analog Devices wird Microsofts 3D-TOF für unter anderem in den eigenen Tiefensensoren und Modulen für Tiefenkameras nutzen, die in Unterhaltungselektronik, Fahrzeugkabinen und industrieller Logistik Anwendung finden sollen. Der Sensor-Hersteller SICK AG will die eigenen Visionary-T-Kameras mit der Technologie ausstatten.

Das sind 3D-Snapshot-Sensoren, die verschiedene Detektionsaufgaben in Produktionsstätten übernehmen. Pack-Roboter erkennen damit beispielsweise unterschiedliche Größen und Formen von Kisten. An automatisierten Industriefahrzeugen angebracht, scannen sie deren Fahrtweg, helfen bei der Navigation und verhindern Kollisionen.

Azure Mixed Reality Service mit neuer Funktion

Microsoft startet außerdem einen neuen Azure Mixed Reality Service: Azure Object Anchors. Damit sollen AR-Anwendungen möglich werden, die 3D-Inhalte automatisch an realen Objekten ausrichten. Manuelles Ausrichten von 3D-Objekten sowie das Setzen von physischen Markern oder QR-Codes zur Identifizierung von Objekten seien nicht mehr nötig.

Arbeitsaufwand und Ausrichtungsfehler sollen so reduziert werden und die Benutzerfreundlichkeit verbessert. Bei der Toyota Motor Corporation sind die neuen Azure Object Anchors schon im Einsatz. Als Preview-Kunde verwendet der Automobilhersteller die neue Funktion, um eine Anwendung zur Aufgabenführung für seine Techniker zu erstellen.

Laut Koichi Kayano, Program Manager Technical Service Division bei Toyota, sei es durch die markerlose und dynamische 3D-Modellausrichtung möglich, Fahrzeuge schneller zu warten: „Wir benötigen jetzt keine QR-Codes mehr und haben das Fehlerrisiko bei der manuellen Modellausrichtung eliminiert, wodurch unsere Wartungsverfahren effizienter werden“, so Kayano.

HoloLens 2: Microsoft weitet Verfügbarkeit aus

Auch zur HoloLens 2 (Test) gibt es Neuigkeiten: Microsoft kündigt an, dass die AR-Brille in weiteren Ländern verfügbar sein wird. Dazu zählen Italien, Niederlande, Schweiz, Spanien, Österreich, Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark, Portugal, Polen, Singapur, Hongkong, Taiwan und Südkorea. Als Developer Edition startet die HoloLens 2 auch in Deutschland.

Titelbild & Quelle: Microsoft

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