Meta Quest 3 setzt voll auf Mixed Reality – und das ist richtig

Meta Quest 3 setzt voll auf Mixed Reality – und das ist richtig

Meta Quest 3 könnte ohne Eye-Tracking kommen und dafür bei Mixed Reality nachlegen. Eine gute Entscheidung seitens Meta?

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Diese Woche sickerten mutmaßlich Baupläne der Meta Quest 3 durch. Der VR-Leaker Brad Lynch veröffentlichte die Bilder in einem Youtube-Video samt weiteren Informationen aus unternehmensnahen Quellen.

Lynch leakte bereits die Baupläne der Meta Quest Pro (Update: Quest Pro im Test), die sich später als authentisch erwiesen. Gleichwohl ist Vorsicht angebracht: Bei den neuen Abbildungen könnte es sich um einen von mehreren Prototypen der Meta Quest 3 handeln, also nicht zwingend jenes Gerät, das wahrscheinlich nächstes Jahr in den Handel kommt. Meta selbst hat noch keinen Nachfolger der Meta Quest 2 angekündigt.

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Meta Quest 3: Ein notwendiger Kompromiss

Sollte es sich tatsächlich um Meta Quest 3 handeln, deutet sich hier ein überraschender Schwenk in Metas VR-Strategie an. Sagte Zuckerberg im Frühjahr noch, dass Eye- und Facetracking oberste Priorität für die "nächste Quest" haben würden, sprechen die Baupläne eine andere Sprache.

Das Gerät verzichtet auf die Sensoren an der Innenseite des Headsets und setzt stattdessen auf vier Außenkameras und einen Tiefensensor. Meta priorisiert demzufolge Mixed Reality und Handtracking zulasten von Blickverfolgung und glaubhafteren sozialen Interaktionen, zumindest für Meta Quest 3. Meta Quest Pro muss keine solchen technischen Kompromisse eingehen, da es ein Mehrfaches der Meta Quest 3 kosten darf.

Pancake-Linsen, fünf neue Sensoren und ein SoC der nächsten Generation – für Eye- und Facetracking gibt es in dem günstigeren Headset wohl keinen Spielraum mehr.

Was bringt Eye- und Facetracking?

Es ist ein schmerzhafter Kompromiss, den die Zielgruppe der Meta Quest 3 aber verwinden wird. Was verliert sie genau, die große Masse an VR-Nutzer:innen?

Zum einen blickgesteuerte Interaktionen, zum anderen realistischere Avatare, die Augenkontakt herstellen und die Mimik ihrer Nutzer:innen widerspiegeln können.

CAD-Bauplan zeigt die Vorderseite von Meta Quest 3 mit Passthrough-Sensortechnik.

Die Frontseite der Meta Quest 3 mit zwei Schwarzweiß- und Farbkameras sowie einem Tiefensensor samt Projektor. | Bild: SadlyitsBradley

Ersteres ist kein Killer-Feature, letzteres kommt nur in sozialen VR-Apps zum Tragen. Allerdings entfällt mittlerweile mehr als die Hälfte der Nutzungszeit auf soziale Erfahrungen und Multiplayer-Spiele, wie Meta kürzlich offenlegte. Ein Trend, den Eye- und Facetracking weiter beschleunigen könnte.

Zu guter Letzt wäre da noch Foveated Rendering, das durch fehlendes Eye-Tracking wegfallen könnte. Derzeit ist aber noch unklar, ob die Rendertechnik wirklich Vorteile bringt bei autarken Headsets. Hoffnung macht ein Firmware-Fund, der nahelegt, dass Meta Quest Pro Foveated Rendering oder eine verwandte Rendertechnik unterstützt.

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Mixed Reality hat Vorrang

Die Vorteile von Mixed Reality und Handtracking sind offensichtlich: Beide Technologien senken die Hürden der Headset-Nutzung und machen Virtual Reality zugänglicher für die Massen. Und genau darauf kommt es bei Meta Quest 3 an.

Mixed Reality erleichtert den Wechsel zwischen digitaler und physischer Realität und verwischt deren Grenzen, während Handtracking kurze Sitzungen und Alltagsnutzung von Headsets fördert.

CAD-Bauplan zeigt die Innenseite von Meta Quest 3.

Auf diesem Rendering ist zu sehen, dass die angebliche Meta Quest 3 keine Sensoren für Eye- und Facetracking enthält. | Bild: SadlyitsBradley

Sowohl Mixed Reality als auch Handtracking werden neue Anwendungsszenarien für VR und AR eröffnen. Erstere durch Einbindung der Umwelt, letztere durch neue Arten der Interaktion.

Gerade Mixed Reality dürfte mit der Zeit immer wichtiger werden und in vielerlei Hinsicht die Grundlage für kommende AR-Brillen legen. Und die sind Metas Metaverse-Endziel.

"Meta Quest Plus": Eye- und Facetracking zum Aufpreis?

Hinter Metas mutmaßlichem Quest-3-Design steckt also mehr Strategie, als man auf den ersten Blick annehmen würde und das verleiht dem Leak noch mehr Glaubwürdigkeit. Eye- und Facetracking ist deswegen nicht abgeschrieben.

Zum einen wird Meta Quest Pro die Technologie unterstützen. Zum anderen könnte Meta 2023 oder 2024 eine Meta Quest Plus in den Handel bringen, die zusätzlich Eye- und Facetracking bietet und preislich zwischen Meta Quest 2 und Meta Quest Pro liegt. Einer geleakten Roadmap zufolge plant Meta in den nächsten zwei Jahren zwei neue Quest-Brillen, eine Meta Quest Plus würde also Sinn ergeben.

Für Fans sozialer VR-Erfahrungen gäbe es dann eine Upgrade-Möglichkeit, die den Geldbeutel nicht so arg belastet wie Metas Premium-Headset. Damit wären dann alle Zielgruppen glücklich.