Vor rund einem Jahr verklagte Magic Leap den Nreal-Gründer Chi Xu wegen angeblichen Techklaus. Der wehrte sich. Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt.

Chi Xu arbeitete von Juli 2015 bis August 2016 als Software-Entwickler bei Magic Leap. Im Januar 2017 gründete er sein eigenes Unternehmen Nreal, das noch dieses Jahr die schlanke, aber dennoch leistungsfähige AR-Brille Nreal Light auf den Markt bringen will. Das Gerät wird anders als die Magic Leap 1 mit einem Smartphone statt einem Taschencomputer verbunden und kostet auch aus diesem Grund gerade mal 500 US-Dollar. Erste Tester sind von dem Gerät angetan.

Im Juni 2019 verklagte Magic Leap den Nreal-Gründer: Chi Xu soll Geschäftsgeheimnisse entwendet haben, um binnen kürzester Zeit ein konkurrenzfähiges Produkt zu bauen, das Magic Leaps AR-Brille “erstaunlich ähneln” soll.

Chi Xu wehrte sich und wies die Klage als unbegründet zurück. “Anstatt sich auf die Entwicklung eines überlegenen Produkts zu konzentrieren, hat Magic Leap Klagen eingereicht, um neue Wettbewerber auf dem Augmented-Reality-Markt zu verlangsamen”, schrieb Nreal Ende 2019.

Klage unzureichend

Das zuständige Gericht in San Jose, Kalifornien gab Chi Xu nun Recht, wie Bloomberg berichtet. Richterin Lucy Koh fand in Magic Leaps Klage keine hinreichenden Informationen darüber, welche Geheimnisse der Nreal-Gründer genau gestohlen haben solle, um die AR-Brille Nreal Light zu bauen. Das Gericht gibt Magic Leap dreißig Tage Zeit, um die Anklage zu konkretisieren.

Magic Leap dürfte indes mit anderen Problemen beschäftigt sein. Im April entließ das Unternehmen rund die Hälfte seiner Angestellten und richtete sich neu aus: Statt den Smartphone-Killer zu bauen, will sich Magic Leap fortan auf das profitablere Geschäft mit Unternehmen konzentrieren. Einen Bankrott konnte das Unternehmen dank einer neuerlichen Investitonsrunde in letzter Minute abwenden, CEO Rony Abovitz musste jedoch seinen Hut nehmen.

Quelle: Bloomberg, Titelbild: Nreal

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