Konkurrenz für Quest 2? TikTok rüstet zum Angriff – Bericht

Konkurrenz für Quest 2? TikTok rüstet zum Angriff – Bericht

Die TikTok-Mutterfirma Bytedance will in den amerikanischen VR-Markt einsteigen und investiert kräftig in Fachkräfte und Inhalte.

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Die geplante US-Expansion ist laut einem Bericht des Techmagazins Protocol in vollem Gange.

Bytedance stellt an der Westküste ein eigenes Team auf, das für die Vermarktung von Hardware und die Lizenzierung von Inhalten zuständig ist, heißt es. Für die Bay Area, Seattle und San Diego sind mehr als 40 Stellen ausgeschrieben, viele davon für eine Organisation namens Pico Studios, bei der es sich um eine auf VR spezialisierte Content-Schmiede handeln dürfte.

Weitere Stellen sind für die Entwicklung von VR-Hardware und -Software sowie Forschung ausgeschrieben. Pico sucht außerdem nach einer leitenden Fachkraft im Bereich Verkauf und Marketing speziell für den US-Markt.

Für die geplante VR-Expansion greift Bytedance auch auf eigene Ressourcen zurück: die für die Geschäftsentwicklung von TikTok zuständige US-Managerin Sally Wang soll jetzt für die VR-Tochterfirma Pico arbeiten.

Bytedance investiert in VR-Content

Bytedance solle zudem begonnen haben, sich an Studios und Entwickler:innen zu wenden und ist laut einer unternehmensnahen Quelle bereit, „tonnenweise Geld“ für Spiele und Erfahrungen zu bezahlen, darunter Titel, die Meta für Meta Quest 2 lizenzierte.

Für die nur in Europa erhältliche Pico Neo 3 Link gibt es bereits eine Reihe bekannter VR-Spiele wie Superhot VR, Red Matter, Eleven Table Tennis und Arizona Sunshine.

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Die Gerüchte folgen auf Berichte von betrieblichen Neustrukturierungen, die auf Stärkung des VR-Geschäfts abzielen. Bytedance kooperiert außerdem mit dem US-Chiphersteller Qualcomm in puncto Hard- und Software, eine Partnerschaft, die der Entwicklung des Pico-Ökosystems zugutekommen soll. Qualcomms XR2-Chip kommt in einer Reihe autarker VR-Geräte zum Einsatz, darunter Quest 2.

Konkurrenz für Cambria statt Quest?

Bytedance erwarb Pico im vergangenen August und verkauft die Pico Neo 3 seit Kurzem an europäische Verbraucher. In Deutschland ist das Pico Neo 3 Link genannte Gerät seit Ende Mai erhältlich.

Mit einem US-Launch würde Bytedance Metas größten VR-Markt angreifen. Die Frage ist, ob Bytedance gewillt ist, das eigene VR-Headset so konkurrenzlos günstig anzubieten, wie es Meta mit der Quest 2 tut. In Europa kostet die Pico Neo 3 Link 450 Euro, die Quest 2 gibt es für 100 Euro weniger.

Bytedance könnte auch mit einem völlig anderen Produkt in den USA starten, etwa einem Nachfolger der Pico Neo 3 oder einer Highend-VR-Brille, die Metas Cambria-Headset herausfordert (Bericht).

Trotz positiver Zeichen: Es bleibt abzuwarten, wie ernst es Bytedance mit Virtual Reality und Augmented Reality ist. Um entsprechende Hardware in den Massenmarkt zu hieven, braucht es einen langen Atem und starken Investitionswillen. Zum Vergleich: Meta beschäftigt rund 17.000 Fachkräfte in diesem Bereich und investiert jährlich einen zweistelligen Millliardenbetrag in Forschung und Entwicklung.