Nreal will eine Konkurrenz-Brille zu Hololens 2 und Magic Leap 1 ins Rennen schicken. Sie soll technisch fortschrittlicher sein als die Nreal Light und macht dafür beim Formfaktor Abstriche. Das soll nicht stören, da die AR-Brille auf Unternehmen und professionelle Anwender abzielt.

Das chinesische Startup hat sich mit der Nreal Light einen Namen gemacht: einer 88 Gramm leichten und schlanken AR-Brille für Endverbraucher, die mit einem Smartphone verbunden wird und Android-Apps oder native Inhalte ins Sichtfeld des Nutzers projiziert. Die Nreal Light soll im zweiten Quartal 2020 erscheinen und 500 US-Dollar kosten.

Nun geht das Startup einen Schritt weiter und stellt die “All-In-One Edition” oder “Enterprise Edition” vor – der endgültige Name steht noch nicht fest.

Die technische aufwendigere AR-Brille hat die Recheneinheit ähnlich wie Hololens 2 in der Kopfhalterung integriert und kommt somit ohne Smartphone, Taschencomputer oder Kabel aus.

| Nreal Light Consumer

Die Nreal Light will mit einem Sonnenbrillenformfaktor punkten. BILD: Nreal

Günstiger als die Konkurrenz

Die autarke AR-Brille soll schwerer sein als Nreal Light und mehr wie ein Helm als eine Sonnenbrille aussehen. Auf ersten, nicht finalen Renderings der AR-Brille erkennt man, dass die Frontkameras mehr Platz einnehmen und nicht mehr so versteckt sind wie bei Nreal Light. Die Kameras dürften präziseres Raum- und Handtracking ermöglichen.

Um Druck auf Microsoft und Magic Leap zu machen, soll die AR-Brille zu einem niedrigeren Preis auf den Markt kommen als die Konkurrenz-Geräte, allerdings teurer sein als das Developer Kit der Nreal Light, die 1.200 US-Dollar kostet und mit einem Taschencomputer ausgeliefert wird. Hololens 2 kostet 3.500 US-Dollar, Magic Leap 1 im Business-Paket 3.000 US-Dollar.

Nreal will eine Konkurrenz-Brille zu Hololens 2 und Magic Leap 1 ins Rennen schicken.

Die All-In-One scheint noch in der Konzeptphase zu stecken. Der angepeilte Formfaktor gleicht dem von Hololens. BILD: Nreal

Spezifikationen unbekannt

Zur Display-Technologie oder verbauten Hardware äußerte sich Nreal nicht, als Prozessor dürfte ein neuerer Snapdragon-Chip oder Qualcomms XR2-Prozessor zum Einsatz kommen. Die Nreal Light setzt ein Smartphone mit einem Snapdragon 845 oder höher voraus.

Die AR-Brille soll das gleiche, Android-kompatible Betriebssystem nutzen wie Nreal Light und von Haus aus eine sichere Cloud-Arbeitsplattform bieten. Die AR-Brillen werden sich koppeln lassen, um an der gleichen Augmented Reality teilzuhaben.

Nreal nennt als Anwendungsbeispiel eine Autowerkstatt, in der ein Mechaniker mit der autarken AR-Brille und Gestensteuerung Teile des Autos digital manipuliert, um einen Reparaturvorgang zu illustrieren, während der Kunde mit einer Nreal Light zusieht.

Die AR-Brille soll im vierten Quartal 2020 auf den Markt kommen.

Titelbild: Nreal, Quelle: Venturebeat

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