Qualcomms neue XR-Brillen sollen die Möglichkeiten schneller 5G-Netze ausnutzen. Sie dienen Partnern als Blaupause für Eigenentwicklungen und Qualcomm als Werbeplattform für den VR- und AR-optimierten Prozessor XR2.

Technische Grundlage der neuen XR-Referenzdesigns ist Qualcomms XR2, ein speziell für autarke AR- und VR-Brillen entwickelter Prozessor mit 5G-Unterstützung.

Er leistet eine maximale Auflösung von 3.000 mal 3.000 Pixeln bei 90 Hz und beschleunigt KI-Berechnungen laut Qualcomm signifikant. Das ist wichtig beispielsweise für die Hand- und Fingererkennung beim Handtracking. Der XR-2-Chip werkelt auch in der XR-Brille R-1 des französischen Startups Lynx.

Im Vergleich zum Snapdragon 835 in Oculus Quest soll der XR2 in allen Bereichen signifikant schneller sein. Bild: Qualcomm

Im Vergleich zum Snapdragon 835 in Oculus Quest soll der XR2 in allen Bereichen signifikant schneller sein. Bild: Qualcomm

Mit dem “VRDK” stellt Qualcomm jetzt seine erste eigene XR-Referenzbrille auf Basis des XR2 vor. XR deshalb, weil die Brille sowohl VR als auch AR per Kameradurchblick bietet. Qualcomm zeigt ergänzend eine auf XR2-Basis offen gebaute AR-Brille im Stil von Hololens und eine VR-Brille mit schlankem Formfaktor.

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Qualcomms Referenzbrillen können von Partnern als Vorlage für eine Eigenentwicklung genommen werden. Sie geben einen Ausblick darauf, was in den nächsten ein bis zwei Jahren auf den Markt kommen könnte. Unter anderem kooperiert Qualcomm mit dem Pokémon-Go-Studio Niantic für eine 5G-AR-Brille. Designt und zusammengeschraubt wurden Qualcomms Referenzbrillen von Goertek.

Alles-Tracking mit sieben Kameras und 5G

Insgesamt sieben Kameras können in Qualcomm XR-Brille verbaut werden, zwei davon sind nach innen gerichtet und messen Augenbewegungen. Vier Außenkameras ermöglichen den AR-Durchblick in die echte Welt und das Raumtracking, das laut Qualcomm eine “akkurate Tiefenkarte” der Umgebung erstellen kann. Eine optionale siebte Kamera kann von Partnern für das Tracking von Lippenbewegungen oder der Mimik installiert werden.

Datenströme bewegt die XR-Brille per 5G oder sub-6 GHz. Das Referenzmodell wurde laut Qualcomm in der 5G-Infrastruktur von Ericsson getestet und soll eine “geringe Latenz” haben. Qualcomm verspricht eine Ende-zu-Ende-Lösung für XR-Streaming per 5G am Rande der Cloud.

Eine Zahl für die Latenz nennt Qualcomm nicht – der Goldstandard für XR-Anwendungen liegt bei unter 20 Millisekunden. Ansonsten ist die Tracking-Verzögerung so groß, dass die XR-Anwendung für den Brillenträger zu einem unangenehmen Erlebnis werden kann.

Das Referenzdesign hat zwei LC-Displays mit je 2K mal 2K pro Auge verbaut, reizt also den XR2-Chip noch nicht völlig aus. Ansonsten unterstützt es 3D-Audio und Handtracking ohne Controller oder Controller-Tracking per Atraxa-Magnetfeldtechnologie von Northern Digital.

Quelle & Bilder: Qualcomm

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