Das iPhone 12 soll Gerüchten zufolge einen ebenso neuen wie speziellen Wi-Fi-Standard unterstützen, der vor allem einem Zwecke dienen dürfte: Daten zu einer AR-Brille senden.

Einem Bericht der japanischen Internetseite Mac Otakara zufolge könnte das nächste iPhone den Wi-Fi-Standard 802.11ay unterstützen.

Das Besondere an dem neuen, erst 2019 finalisierten Standard ist sein hoher, latenzfreier Datendurchsatz auf kurze Distanz: Ein Stream soll bis zu 44 Gigabit pro Sekunde an Daten übertragen können. Möglich sind bis zu vier parallele Streams, was einem theoretischen Datendurchsatz von 177 Gigabit pro Sekunde entspricht.

Der große Nachteil von 802.11ay ist, dass die Datenpakete nur über kurze Distanzen und nicht durch Wände übertragen werden. Für ein Heim-WLAN kommt der im 60-Gigahertz-Band funkende Standard also eher nicht in Frage und dürfte daher kaum in Routern verbaut werden. Das galt auch schon für den älteren und wesentlich langsameren Vorgänger, den 802.11ad-Standard, der auch “Wigig” genannt wird.

Für welche iPhone-Anwendungen könnte dieser Standard dann gedacht sein? Denkbar wäre etwa eine schnellere Übertragung von Daten zwischen Apple-Geräten per Airdrop-Funktion, wie 9to5Mac spekuliert. Eine solche Anwendung würde den Standard jedoch eher unterfordern, da mit Airdrop in der Praxis meist kleinere Daten wie zum Beispiel Fotos, Dokumente oder kurze Videos verschickt werden.

Wigig für Apples AR-Brille

Wahrscheinlicher ist, dass der Standard für das latenzfreie Streaming großer Datenpakete auf eine AR-Brille gedacht ist. Das iPhone 12 könnte in diesem Kontext als Recheneinheit und Zuspieler dienen.

Ein solches Anwendungsszenario wurde in ähnlicher Form bereits von HTC und Intel erprobt: Der Vive Wireless Adapter (Test) nutzt den älteren Wigig-Standard 802.11ad für die drahtlose Übertragung von VR-Inhalten zwischen PC und VR-Brille.

Auch Qualcomm war in diesem Bereich aktiv und stellte 2018 eine neue Chipsatz-Produktfamilie vor, die die 802.11ay-Norm unterstützt. Als Anwendungsszenarien nannte Qualcomm das Streaming von 4K-Inhalten, latenzfreies Screen-Casting von Mobilgeräten sowie drahtlose VR- und AR-Erfahrungen.

Apple-Chef Tim Cook hypt seit Jahren Augmented Reality und sprach kürzlich von AR als dem nächsten großen Ding. Gerüchten zufolge arbeitet Apple derzeit fieberhaft an zwei Brillen.

Für 2023 sei eine schlanke Apple-Brille geplant, die wahrscheinlich mit einem iPhone als Zuspieler gekoppelt wird, während 2021 oder 2022 bereits ein Mixed-Reality-Gerät auf den Markt kommen könnte, das sowohl VR als auch AR beherrscht. An die 1.000 Angestellte sollen an den beiden Brillen arbeiten.

Quelle: Mac Otakara, 9to5Mac, Macworld

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