Intel gibt Computer-Vision-Geschäft auf

Intel gibt Computer-Vision-Geschäft auf

Intel will sich stärker aufs Kerngeschäft konzentrieren und gibt seine RealSense-Kameras auf. Die Technologie kam in einer der ersten Mixed-Reality-Brillen zum Einsatz.

Intels RealSense-Produkte sind auf maschinelles Sehen spezialisierte 3D-Kameras, die in Bereichen wie Robotik, VR und AR, 3D-Scanning und zuletzt Gesichtserkennung zur Anwendung kamen und eigens entwickelte Computer-Vision-Chips nutzten.

Das Ende von RealSense kündigte sich vor zwei Wochen an, als der Leiter der Abteilung Sagi Ben Moshe Intel verließ. Nun bestätigte das Unternehmen die Schließung der Abteilung. Das Computer-Vision-Fachwissen solle künftig stärker in Intels Kerngeschäfte fließen, heißt es in einer Meldung der Webseite CRN. Das Unternehmen geriet in den letzten Jahren unter Druck von Mitbewerbern.

Im CRN-Artikel kommt auch ein kalifornischer RealSense-Händler zu Wort, der von Intels Schritt nicht überrascht ist: Es hätte sich um ein sehr nischiges Produkt gehandelt, für das wenig Nachfrage bestand.

3D-Kameras für die erste Mixed-Reality-Brille

Die erste RealSense-Kamera wurde 2014 angekündigt, also zur Hochzeit des VR- und AR-Hypes. Im Sommer 2016 stellte Intel Project Alloy vor, eine autarke Mixed-Reality-Brille, die dank Intels 3D-Sensoren in der Lage war, physische Objekte zu erkennen und in die Virtual Reality zu bringen.

Bis 2017 entwickelt Intel drei Versionen des Prototyps, bevor Project Alloy schließlich eingestellt wurde. Als Grund für den Entwicklungsstopp nannte Intel mangelndes Interesse seitens Partner. Dieses wiederum war auf die komplexe, teure und unreife Technik, für die es zudem keine klaren Anwendungsszenarien gab, zurückzuführen – was selbst heute noch gilt.

Intel fokussiert 3D-Geschäft

Mit Lynx R-1, Varjo XR-3 und womöglich Apples kommender XR-Brille könnte das eine neue Generation von Geräten ändern. Mit seinem autarken Formfaktor und seiner experimentellen Mixed-Reality-Unterstützung war Project Alloy seiner Zeit jedenfalls weit voraus.

Das Ende von RealSense folgt auf die Schließung der Intel Studios, des weltgrößten Studios für volumetrische Aufnahmen. Weiter zum Einsatz, etwa bei den Olympischen Spielen, kommt Intels True View-Technologie, die es erlaubt, Szenen in 3D einzufangen und anschließend aus künstlichen Kameraperspektiven zu zeigen. Intel ist außerdem gemeinsam mit vielen anderen Tech-Unternehmen Gründungsmitglied einer Initiative für volumetrische Filme.

Quelle: CRN, Titelbild: Intel

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