Hologramm-Filme: Neue Initiative für volumetrisches Format

Hologramm-Filme: Neue Initiative für volumetrisches Format

Die Volumetric Format Association will das volumetrische Videoformat in den Mainstream bringen. Bekannte Tech-Firmen wie Intel und Nvidia gehören zu den Gründungsunternehmen.

In den ersten Jahren des VR- und AR-Hypes galten volumetrische Videos als das Entertainment-Format mit dem größten Mainstream-Potenzial: Man stelle sich etwa einen Film vor, bei dem man selbst mit der Brille auf dem Kopf in der Szene zwischen den Schauspielern herumlaufen kann oder ein Fußball-Spiel, bei dem man an der Seitenlinie am Platz steht und mit dem Coach in der Trainerbox herumspringt.

Demos für das Format gibt es viele, auch technische Ansätze. Aber bislang haben es volumetrische Videos nicht in eine breitere Anwendung geschafft, nicht einmal innerhalb der kleinen VR-Nische konnten sie sich als Konstante etablieren. Das hat unmittelbar mit dem riesigen Arbeits- und Datenaufwand bei der Produktion zu tun.

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Führende Tech-Unternehmen schließen sich für volumetrische Videozukunft zusammen

Die neu gegründete „Volumetric Format Association (VFA)“ möchte dem neuen Format den Weg bereiten und es etablieren. Die Initiative wurde von den sieben Tech-Unternehmen Verizon, ZEISS, RED Digital Cinema, Unity, Intel, NVIDIA und Canon gegründet, die in ihrem Bereich führend und durch den Zusammenschluss ihrer Technologien in der Lage sind, die komplette Produktionspipeline abzudecken.

Ziel ist die Entwicklung technischer Standards für die Produktion volumetrischer Videos: Die ersten VFA-Arbeitsgruppen befassen sich mit der Erstellung von Ende-zu-Ende-Spezifikationen für den Aufnahmeprozess, den Austausch von Daten, die Dekodierung und das Rendering sowie persistente Metadaten. Verizon möchte insbesondere den 5G-Standard über interessante Anwendungsszenarien attraktiver für Endverbraucher machen.

„3D-Content-Erlebnisse in den Bereichen Sport, Unterhaltung, Produktivität, Unternehmensdienste und mehr werden schnell zur Realität. Der VFA arbeitet daran, diese Realität zugänglich und praktikabel zu machen, indem er Spezifikationen entwickelt, die ein Katalysator für das Wachstum der Branche sein werden“, stellt sich die VFA vor.

Rugby in volumetrischem 3D

Eine erste Arbeitsprobe stellte die VFA jetzt auf dem Cannes Lions Live Festival vor speziell für Sport-Veranstaltungen. Der Kamerahersteller Canon fing auf der Rugby Weltmeisterschaft 2019 in Japan die Partie England gegen Neuseeland in volumetrischem 3D ein. Das folgende Video zeigt eine kurze Szene aus dem Originalmaterial.

Canon montierte dafür im Stadionrund 125 4K-Kameras mit 60 FPS, die das Geschehen auf dem Spielfeld aufzeichneten und an einen lokalen Serverraum übertrugen, in dem die Bilder dann beinahe in Echtzeit mit Canons „Free Viewpoint System“ in volumetrische Wiederholungen umgewandelt wurden.

Die volumetrischen Daten wurden jetzt an drei Teams weitergegeben, die daraus unterschiedliche Formate produzierten für Virtual Reality oder AR. Die folgende Demo zeigt einen Ausschnitt aus einem dieser Werke. Weitere Informationen gibt es in der kostenpflichtigen Keynote auf der Festivalseite.

Die VFA sucht weitere Unternehmen, die Know-how im Bereich volumetrische Videos mitbringen. Mitgliedsunternehmen können Technologien innerhalb der Gruppe vertraulich austauschen. Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite.

Titelbild: Canon (Screenshot bei YouTube)

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