Horizon Workrooms: Das ist Facebooks Antwort auf Videokonferenzen

Horizon Workrooms: Das ist Facebooks Antwort auf Videokonferenzen
Update

Facebooks XR-Chef Andrew Bosworth beschreibt in einer Workrooms-Sitzung die aus seiner Sicht Vorteile der VR-Meeting-Software: Bei internen Facebook-Tests seien Konferenzteilnehmer teils früher gekommen oder länger geblieben, anstatt direkt nach dem Meeting zu verschwinden, wie es bei Videocalls üblich sei.

Das soll laut Bosworth insbesondere der Kreativität und Ideenfindung zugutekommen: „Es fühlt sich ein wenig mehr so an wie zu der Zeit, in der wir noch im Büro zusammengekommen sind.“

Facebook startet Horizon Workrooms, eine App für Zusammenarbeit in Virtual Reality

Im Zuge der Pandemie sind VR-Apps für digitale Kollaboration wie Pilze aus dem Boden geschossen. Eine Online-Datenbank listet mehr als 150 Lösungen.

Mit dem vorläufigen Ende der Präsenzarbeit sahen viele Start-ups ihre Zeit gekommen: Virtual Reality sollte Videokonferenzen ablösen und virtuelle Zusammenarbeit und soziale Nähe zurückbringen. Dass sie damit scheiterten, liegt auch an unausgereifter VR-Technik und klobigen VR-Brillen, die das Arbeiten in VR umständlich und unbequem machen.

Mit reichlich Verspätung bringt der größte VR-Investor Facebook nun eine eigene Lösung auf Basis der VR-Brille Oculus Quest 2 (Test) heraus, die das Unternehmen schon seit Monaten auch intern testet und nutzt. Horizon Workrooms ist für Virtual Reality ausgelegt, man kann jedoch auch aus dem Web heraus in Form eines Videocalls teilnehmen.

Was Workrooms bietet

Im Oculus-Blog stellt Facebook vor, was man mit Workrooms alles machen kann:

  • Den Schreibtisch, die Tastatur (sofern kompatibel) und den Desktop in die Virtual Reality holen. Für letzteres gibt es eine Companion-App für Mac und Windows, die den Desktop des Arbeitsrechners in die VR-Brille überträgt.
  • Sich mit anderen Personen anwesend fühlen dank Avataren und räumlichem Audio: Workrooms nutzt die verbesserten Oculus-Avatare, die dank KI-Technik über mehr Ausdruckskraft als bisher verfügen, sowie 3D-Audio, das die räumliche Position des Gegenübers korrekt wiedergibt.
  • Virtuelle Notizblöcke und Whiteboards: Quest-Nutzer können den Touch-Controller umgekehrt halten und den Griff wie einen Stift nutzen, um auf einen Notizblock oder virtuelles Whiteboard zu zeichnen. Außerdem ist es möglich, Bilder vom Computer an das Whiteboard zu pinnen. Das gesamte Whiteboard lässt sich als Bild auf den Computer exportieren.
Horizon_Workrooms_Computer

Tastatur, Tisch und Desktop erscheinen in VR und erleichtern so die Arbeit. | Bild: Facebook

  • Maßgeschneiderte Räume: Die App bietet unterschiedliche Räume, die für Zusammenarbeit, Gespräche und Präsentationen optimiert sind und passt sich der Anzahl Teilnehmer an. Bis zu 16 VR-Besucher und 34 Videochat-Besucher gleichzeitig können einem virtuellen Arbeitsraum beitreten.
  • Für Handtracking designt: Workrooms ist eine der ersten Facebook-Apps, die für optisches Handtracking optimiert ist. Dies ermöglicht eine natürlichere und ausdrucksstärkere soziale Erfahrung und lässt Nutzer leichter zwischen Tastatur und Controller wechseln.
  • Notizen, File-Sharing, Kalenderintegration und Chat: Dank einer Web-App hat jeder Workroom einen Ort, an dem Notizen und Protokolle gespeichert, Links und Daten geteilt oder einfach nur gechattet werden kann. Die Web-App kann außerdem mit Outlook oder Google Calendar synchronisiert werden, um Meetings zu organisieren und Einladungen zu verschicken.

So richtet ihr Horizon Workrooms ein

Horizon Workrooms ist kostenlos und lässt sich von Deutschland aus problemlos starten, auch wenn Oculus Quest 2 hierzulande nicht offiziell verkauft wird (siehe Facebook vs. Deutschland) und importiert werden muss (siehe unten).

Um Workrooms zu nutzen, muss man auf der offiziellen Internetseite ein entsprechendes Nutzerkonto einrichten. Nach der Einrichtung kann man die VR-App aus dem Oculus Store herunterladen und die Oculus Quest 2 mit dem Workrooms-Nutzerkonto koppeln. Mehr Informationen gibt es in einem FAQ und im Oculus Blog.

Die VR-Nutzung setzt zwingend eine Oculus Quest 2 und damit ein aktives Facebook-Konto aus.

Titelbild: Facebook

Weiterlesen über Oculus Quest 2:

Oculus Quest 2 aus Deutschland bestellen

Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

Bei Amazon Frankreich könnt ihr die Oculus Quest 2 ganz normal kaufen. Tipp: Rechtsklick auf die Webseite und “Übersetzen” wählen.

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Hinweis: Ihr könnt bei Amazon Frankreich über euren deutschen Account bestellen. Die VR-Brille unterstützt deutsche Sprache in den Menüs. Eine regionale Sperre seitens Facebook ist derzeit nicht aktiv – Quest 2 funktioniert ganz normal. Amazon Frankreich liefert innerhalb weniger Tage, zum Teil werden die Geräte sogar aus Lagern in Deutschland verschickt.