Facebook Gesichtserfassung: Im Metaverse gelten andere Regeln

Facebook Gesichtserfassung: Im Metaverse gelten andere Regeln

Meta verabschiedet sich von Gesichtserkennung bei Facebook. Im Metaverse-Konzept spielen Gesichtsdaten jedoch eine tragende Rolle. Ohne sie sind viele der von Meta-Chef Mark Zuckerberg vorgestellten Visionen nicht umsetzbar.

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Mit leichter Selbstbewunderung kündigte Meta diese Woche an, dass bei Facebook zukünftig keine Gesichtserkennung mehr eingesetzt werden wird. Rund eine Milliarde bislang gesammelter Gesichtsdaten will das Unternehmen löschen.

Grund für diese Entscheidung sei die Debatte zu den Risiken der Technologie. Metas KI-Chef bezeichnet Facebooks Verzicht auf Gesichtserkennung als „eine der bedeutendsten Verschiebungen bei der Nutzung von Gesichtserkennung in der Geschichte der Technologie“. Ein Risiko der Technologie ist eine effiziente, flächendeckende Massenüberwachung.

Gesichtserfassung: Im Metaverse-Zeitalter eine Grundlagentechnologie

Wer sich mit VR- und AR-Technologie und Metas Metaverse-Plänen befasst, weiß jedoch: Im XR-Kontext hätte die Entscheidung, keine Gesichtsdaten zu verarbeiten, eine andere Tragweite. Technologien wie Eye- und Face-Tracking, etwa für die Animation von VR-Avataren, bilden die Grundlage fortschrittlicher XR-Hardware. Das erklärte Ziel von Facebook sind fotorealistische Avatare.

Ein grundsätzlicher Verzicht auf die Verarbeitung von Gesichtsdaten seitens Meta könnte sich als Wettbewerbsnachteil erweisen und würde die Fortentwicklung entsprechender Hardware einschränken.

Facebooks kommende VR-AR-Brille „Project Cambria“ etwa wird aller Voraussicht nach Sensoren für Gesichtstracking verbaut haben, sowohl Augen- als auch Mundbewegungen dürfte das System erfassen. Andere Körperdaten wie Kopf- und Handbewegungen sind ohnehin ein für die Funktion notwendiger Bestandteil von VR-Brillen wie Oculus Quest 2.

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Gibt es datenschutzfreundliches Gesichtstracking?

Entsprechend ist Metas Verzicht auf die Verarbeitung von Gesichtsdaten vorerst auf die reale Welt begrenzt. Im Metaverse gelten andere Regeln, das verdeutlicht Meta-Sprecher Jason Grosse. Die Technologie habe „positive Anwendungsfälle“, bei denen Datenschutz, Kontrollierbarkeit und Transparenz aufrechterhalten werden könnten.

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„Diesen Ansatz werden wir auch weiterhin verfolgen, wenn wir überlegen, wie unsere zukünftigen Computerplattformen und -geräte die Bedürfnisse der Menschen am besten erfüllen können“, sagt Grosse.

Bei der Verwendung von Daten würde Meta „weiterhin über die beabsichtigte Nutzung informieren“ und darüber, wie Menschen persönliche Daten kontrollieren könnten. Der Konzern wolle den eigenen Rahmen für „verantwortungsvolle Innovation“ einhalten, so Grosse.

Metas Technikchef Andrew Bosworth beschrieb für VR und AR einen internen Wandel bei Meta, bei dem zukünftige Geräte funkiontionieren müssten, ohne dass Daten gesammelt, benutzt oder gespeichert werden. Nutzer:innen könnten Daten freiwillig teilen, aber es dürfe keine Voraussetzung für die Funktion sein, beschrieb Bosworth Metas neue XR-Datenstrategie.

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Quelle: Recode