Update: 14.04.2020

Etee-Hersteller TG0 hat – wenig überraschend – das niedrig angesetzte Finanzierungsziel über 52.680 Euro bereits erreicht. Dafür reichten rund 200 Käufer.

Das Unternehmen zeigt außerdem zwei neue Demonstrationen, wie der Etee-Controller im Zusammenspiel mit Half-Life: Alyx (Test) funktioniert. Die klobigen Vive-Tracker an den Controllern sollen bei der finalen Etee-Version durch integrierte Sensoren ersetzt werden.

Ursprünglicher Artikel vom 2. April 2020:

Etee: Neuer VR-Fingercontroller ohne Buttons für SteamVR

Buttons sind von vorgestern, glaubt das Londoner Interface-Studio TG0. Der neuartige SteamVR-Controller “Etee” setzt daher voll auf Fingertracking.

Die Besonderheit am Etee-Conroller ist der vollständige Verzicht auf Knöpfe. Stattdessen werden Fingerbewegungen stufenlos und in verschiedenen Intensitätsstufen erkannt. Der Hersteller glaubt, dass der Wechsel vom klassischen Button-basierten Controller auf den Etee-Controller vergleichbar ist mit dem von Handy-Tastaturen auf den Touchscreen.

Das Raumtracking übernehmen bei der SteamVR-Entwicklerversion zwei an den Controllern angebrachte Vive-Tracker – der Controller ist somit kompatibel mit gängigen SteamVR-Brillen wie Vive Cosmos Elite oder Valve Index (Test). Da der SteamVR-Tracker etwas klobig ist, soll die Konsumentenversion mit integrierten SteamVR-Sensoren erscheinen. Sensoren für 3DoF-Tracking sind direkt im Controller integriert.

Die Konsumentenversion des etee-Controllers tauscht den klobigen SteamV-Tracker gegen eine elegantere Integration des Lighthouse-Trackings. Bild: TG0

Die Konsumentenversion des etee-Controllers tauscht den klobigen SteamV-Tracker gegen eine elegantere Integration des Lighthouse-Trackings. Bild: TG0

Fühlen, zeigen, greifen statt drücken

Den einzelnen Gesten und Berührungsintensitäten können Aktionen zugewiesen werden, zusätzlich ist ein Touchpad in die Halterung integriert. Der Hersteller verspricht volle Kompatibilität mit SteamVR-Apps und zeigt als Beispiel den beliebten Zeitlupen-Shooter Superhot VR (Test).

Wie die Controller von Valve Index wird Etee über die Hand gezogen und muss daher nicht festgehalten werden. So kann der Nutzer die Hand noch öffnen, nach virtuellen Objekten greifen und festhalten.

Mit einem Gewicht von rund 120 Gramm soll Etee leicht und mit bis zu sechs Stunden Nutzungszeit pro Batterieladung recht ausdauernd sein. Geladen wird der Controller per USB-C, verbunden via Bluetooth.

Für Gamer, Designer, Einsteiger

Der Hersteller glaubt, dass sich der Controller für so ziemlich jede denkbare VR-Zielgruppe eignet – auch für Gamer. Dank der knopflosen, intuitiven Eingabe sollen sich die Controller besonders gut für VR-Training in Unternehmen eignen, wo knopflastige Controller weniger IT-begabte Menschen überfordern könnten.

Außerdem ist eine spezielle Haptiktechnologie des französischen Haptik-Startups Actronika verbaut. Neben der Kompatibilität mit SteamVR bietet der Hersteller Entwickler-Schnittstellen für Unity, Python und C++.

Das Etee-Entwicklerkit kostet für beide Hände rund 230 Euro, benötigt aber zusätzlich noch zwei SteamVR-Tracker. Die Early-Bird-Version mit integrierten SteamVR-Sensoren startet ab rund 270 Euro für zwei Controller. Der reguläre Preis soll bei circa 570 Euro liegen. Die Auslieferung der Controller an die ersten Besteller soll im Dezember starten.

Die Kickstarter-Kampagne läuft noch 38 Tage. Das Gerät ist laut TG0 weitestgehend ausentwickelt, die Kampagne dürfte also eher dem Vertrieb als der Finanzierung dienen. Das Finanzierungsziel ist mit rund 52.000 Euro wohl bewusst niedrig angesetzt und dürfte ziemlich sicher geknackt werden.

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