Mit der Smartphone-App Display.land könnt ihr kinderleicht 3D-Modelle eurer Umgebung erstellen, digital nachbearbeiten und mit Freunden teilen. Die App macht euer Smartphone zu einer Photogrammetrie-Maschine. Spezialzubehör und Fachkenntnisse werden nicht benötigt.

Nach der Installation und Registrierung kann es direkt losgehen: Man wechselt in den Aufnahmemodus, richtet die Smartphonekamera auf das Objekt, das man digitialisieren möchte und bewegt sich langsam um es herum, um es aus allen Perspektiven einzufangen. Dabei sieht man auf dem Display nach und nach eine dreidimensionale Punktewolke entstehen.

Nach ein paar Minuten kann man den Scanvorgang entweder abschließen oder weitermachen: Je länger und gründlicher man scannt, desto besser das Ergebnis.

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Mit etwas Geduld könnt ihr ganze Häuserfassaden und Straßen digitalisieren. Das 3D-Modell könnt ihr hier auf eurem Smartphone oder Computer ansehen.

Nach Abschluss des Scanvorgangs lädt man die Daten per Knopfdruck auf die Server der App-Betreiber Ubiquity6 hoch. Dort angekommen, werden sie in ein 3D-Modell umgerechnet. Das dauert einen Moment: Ich musste mich mitunter eine Viertelstunde gedulden. Besonders große Scans brauchen noch länger.

Das Instagram für 3D-Scans

Ist der Berechnungsvorgang abgeschlossen, kann man die 3D-Rekonstruktion begutachten und digital nachbearbeiten, indem man sie zurechtschneidet, mit AR-Objekten wie Pilzen und Seifenblasen schmückt oder mit Notizen versieht.

Anschließend lässt sich das 3D-Modell auf der Display.land-Plattform veröffentlichen und an Freunde verteilen. Die per URL geteilten Inhalte können mit Smartphones, Desktop-Computern und VR-Brillen angesehen werden.

Die Plattform ist wie ein soziales Netzwerk aufgebaut: Man besitzt ein Profil, kann seine 3D-Scans anderen Nutzern zeigen, 3D-Scans erkunden und interessanten Nutzern folgen. Display.land ist wie das Instagram für 3D-Scans.

Photogrammetrie-Zauber mit dem Smartphone

Eine Reihe von Selbstversuchen sowie teils recht eindrückliche Beispiele anderer Nutzer zeigen: Die App funktioniert und macht Photogrammetrie dank einfachster Handhabe vielen Menschen zugänglich.

Bei Photogrammetrie werden zahlreiche Fotografien eines Objekts oder einer Umgebung zu einem 3D-Modell zusammengefügt. Die App nimmt folglich Fotografien des Objekts auf und verknüpft diese mittels selbst entwickelter Computer-Vision-Algorithmen, Daten der Bewegungssensoren im Smartphone und maschinellem Lernen.

Dieser rechenintensive Vorgang wird automatisch auf den Cloud-Servern der App-Betreiber erledigt. Das Smartphone wird nicht beansprucht.

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Mit Display.land sind recht hochwertige 3D-Scans möglich. Das 3D-Modell zum Foto könnt ihr hier ansehen.

3D-Sensoren könnten zum Smartphone-Standard werden

Das Startup Ubiquity6 will als Nächstes die Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung erweitern und die 3D-Scans zu Räumen ausbauen, in denen sich mehrere Nutzer gleichzeitig aufhalten und mit der Umgebung interagieren können – vorzugsweise in der Augmented und Virtual Reality. Langfristig könnte die App beim Aufbau einer firmeneigenen AR-Cloud helfen.

Mit Tiefensensoren ausgestattete Smartphones werden das 3D-Scanning in Zukunft noch besser und schneller machen. Das Samsung Note 10+ hat einen Tiefensensor verbaut, das kommende iPad Pro und die 2020er iPhones sollen Berichten zufolge ebenfalls mit rückseitigen 3D-Kameras ausgestattet werden.

Ubiquity wurde 2017 von Anjney Midha und Ankit Kumar gegründet und erhielt bislang 37,5 Millionen US-Dollar Risikokapital. Das Startup beschäftigt 65 Mitarbeiter. Display.land ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

Titelbild: MIXED.de, Quelle: Venturebeat

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