Apple patentiert Tracking-Handschuh für VR und AR

Apple patentiert Tracking-Handschuh für VR und AR

Ein Apple-Patent zeigt einen Datenhandschuh für VR- und AR-Anwendungen. Was kann Apples potenzieller neuer XR-Controller?

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Große Tech-Konzerne reichen jährlich Tausende von Patenten ein. Allein Apple wurden in den Jahren 2010 bis 2019 insgesamt 16.973 eingereichte Patente genehmigt. Nicht jedes davon wird ein marktverändernder Hit wie das erste iPhone oder überhaupt umgesetzt.

Betrachtet man allerdings die aktuellen Gerüchte um Apples AR-Brille und Apples vergangene Investitionen in VR-Startups wie NextVR, lohnt sich der Blick auf das kürzliche erteilte Patent Nummer 10.877.557: Es beschreibt einen Datenhandschuh.

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Apple-Handschuh: Bewegungsmessung bis in die Fingerspitzen

Apple beantragte das Patent bereits 2018, erhielt die Genehmigung aber erst am 29. Dezember 2020. Es beinhaltet das Konzept eines Datenhandschuhs, der in unterschiedlichen VR- oder AR-Anwendungsszenarien eingesetzt werden könnte. Apple nennt als Beispiele Gaming, Lern- und Trainingsanwendungen oder militärische Einsatzzwecke.

Eine Konzeptzeichnung eines potenziellen neuen Datenhandschuhs der Firma Apple.

Die Konzeptzeichnung des "VR-Glove" zeigt, wo sich die vielen Sensoren für die Bewegungserfassung befinden könnten. | Bild: Apple

Apples Tracking-Handschuh soll die Bewegungen einzelner Finger messen können. Dazu werden laut der Patent-Beschreibung verschiedene inertiale Messeinheiten (IMUs) benutzt. IMUs kombinieren mehrere Inertialsensoren, die beispielsweise Rotationsgeschwindigkeit oder Beschleunigung eines Körpers messen.

Das Patent beschreibt ein Beispiel, bei dem eine "Vielzahl von Inertialmesseinheiten", ausgestattet mit Gyroskopen und Beschleunigungsmessern, Position und Geschwindigkeit der Fingerknochen messen.

Elektroden könnten zur Richtungserfassung eingesetzt werden und kapazitive Berührung ermöglichen. Damit würde beispielsweise der Kontakt zwischen den Fingerspitzen erfasst. Auch von Magnetometern ist die Rede, die die Richtung des geomagnetischen Feldes bestimmen und somit die Bewegung des gesamten Handschuhs erfassen würden.

Haptisches und thermales Feedback möglich

Die Liste an möglichen Funktionen geht noch weiter: Kraftsensoren und Aktuatoren erzeugen haptisches Feedback. Thermales Feedback soll durch Temperatursensoren und Heizungselemente ermöglicht werden.

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An Tech-Handschuhen als Eingabegerät wird seit Jahrzehnten gearbeitet. Die Geräte sind allerdings recht klobig, sobald sie mehr bieten sollen als reines Tracking, beispielsweise die Simulation von Haptik. | Bild: haptX

Wie bei all seinen Geräten will Apple wohl auch bei einem möglichen Datenhandschuh hohen Nutzerkomfort erreichen. Die gesamte Technik soll in den Handschuh eingewebt werden. Bestehen soll er aus einem dünnen Stoff, der aus leitfähigen Fäden genäht wird.

Dass Apple tatsächlich einen aufwendigen Datenhandschuh auf den Markt bringt, ist eher unwahrscheinlich: Entsprechende Eingabegeräte sind schon seit den 80ern fester Bestandteil der Geschichte der Virtual Reality. Vor allem auf dem Konsumentenmarkt hat sich bisher aber keiner durchgesetzt.

Da das Patent schon 2018 eingereicht wurde, ist es gut möglich, dass der Tech-Konzern die Arbeit längst eingestellt hat. Facebook zeigt außerdem bei Oculus Quest (2) (Test), dass präzises Fingertracking per Videokamera ohne Handschuh möglich ist. Das Titelbild zeigt Facebook-Trackinghandschuhe, die für das KI-Training des Fingertracking-Algorithmus eingesetzt wurden.

Haptik oder thermale Effekte als Zugewinn eines Handschuhs im Vergleich zu reinem Kamera-Tracking sind im Verhältnis zum Nutzen zu aufwendig für ein Endverbrauchergerät.

Titelbild: Apple, Quelle: US-Patent-Amt | Titelbild: Facebook

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