Virtual Desktop: Besser als Air Link dank neuer Rendertechnik?

Virtual Desktop: Besser als Air Link dank neuer Rendertechnik?

Virtual Desktop bietet jetzt ein Feature für Oculus Quest 2, das bislang Air Link vorbehalten war. Davon profitieren insbesondere anspruchsvolle PC-VR-Spiele.

Das jüngste Update bringt Unterstützung für Synchronous Spacewarp (SSW), eine von Virtual Desktop-Entwickler Guy Godin entwickelte Rendertechnik, die ähnlich wie Facebooks Asychronous Spacewarp (ASW) funktioniert.

Die Rift-Plattform unterstützt ASW seit Ende 2016, 2019 erschien das verbesserte ASW 2.0. Oculus Quest 2 nutzt Asychronous Spacewarp, wenn man PC-VR-Streaming via Air Link nutzt.

Die Rendertechnik wird aktiviert, wenn der PC-Zuspieler an seine Leistungsgrenze stößt und eine VR-App mit weniger als 90 Bildern pro Sekunde berechnet. In diesem Fall wird die Anzahl berechneter Einzelbilder auf 45 Bilder pro Sekunde gesenkt und jedes zweite Bild wird von ASW auf Basis von Bewegungsprognosen künstlich generiert. Das ermöglicht eine flüssigere VR-Erfahrung auf schwächeren PCs oder bei besonders anspruchsvollen VR-Apps.

Qualcomm half bei der Umsetzung

Asychronous Spacewarp war bislang Air Link vorbehalten. Nun bietet Virtual Desktop eine ähnliche Lösung. Guy Godin arbeitete laut eigenen Angaben monatelang an Synchronous Spacewarp (SSW), das man ab sofort mit Beta-Update 1.20.9 ausprobieren kann.

Wie bei ASW wird das Rendering VR-App auf die Hälfte der angepeilten Bilder pro Sekunde reduziert, sobald der PC-Zuspieler nicht mehr in der Lage ist, die volle Bildzahl zu berechnen. Bei 90 FPS sind es 45 Bilder pro Sekunde, bei 120 FPS 60 Bilder pro Sekunde.

Im Gegensatz zu ASW werden bei SSW die künstlichen Zwischenbilder auf der VR-Brille statt dem PC berechnet. Virtual Desktop nutzt hierfür eine Bewegungsprognose des XR2-Chips und arbeitete für die Implementierung eng mit dem Chiphersteller Qualcomm zusammen.

Nur Oculus Quest 2 wird unterstützt

Der Vorteil von SSW gegenüber ASW besteht laut Godin darin, dass die Grafikkarte des PCs nicht zusätzlich beansprucht wird. Die Quest 2 (Test) habe genug Leistungsreserven fürs Streaming, weshalb es sinnvoller sei, die Zwischenbildberechnung auf der VR-Brille durchzuführen, schreibt Godin auf Reddit.

Weil die Bewegungsprognose nur auf dem XR2-Chip läuft, unterstützt die Standard-Quest kein SSW. Air Link läuft derzeit ebenfalls nur mit Oculus Quest 2.

Laut Godin sollten nun auch anspruchsvollere VR-Apps flüssig mit Virtual Desktop laufen. Nutzer mit sehr langsamen Rechner dürfen allerdings keine Wunder erwarten und hoffen, Half-Life Alyx (Test) mit 120 Bildern pro Sekunde zu spielen. Wer SSW abschalten möchte, kann das in den Einstellungen unter dem Menüfeld „Streaming“ tun.

Einem von Godin aufgezeichneten Vergleichsvideo zufolge bietet SSW eine bessere Qualität als Facebooks ASW-Lösung.

 

So installiert ihr das Beta-Update

Um das Beta-Update zu installieren, geht mit dem Oculus-Browser auf die Quest Store-Seite von Virtual Desktop. Loggt euch in euer Facebook-Konto ein und wählt unter „Version + Release Notes“ die Beta-Version aus. Das Update sollte nach ein paar Sekunden in eurer App-Bibliothek zur Verfügung stehen. Ihr müsst außerdem die Beta-Version der Streamer-App auf eurem Computer installieren. Falls euch das zu kompliziert ist, wartet auf die reguläre Version von 1.20.9.

Eine allgemeine Anleitung zur Installation und Einrichtung von Virtual Desktop samt Feature-Vergleich mit Air Link findet ihr in unserem PC-VR-Streaming Guide.

Quelle: Reddit, Titelbild: Guy Godin

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