Betrachtet HTC Valves neue VR-Brille Index als Freund oder Feind?

Zu HTC Vive kooperierten Valve und HTC anfangs eng: Valve lieferte das Know-how und die Technologie für das VR-System. HTC baute das Gerät und übernahm den Vertrieb.

Von außen betrachtet arbeiten Valve und HTC seitdem wenig zusammen. Mit Viveport versucht HTC gar, einen eigenen Online Store neben Steam zu etablieren spezifisch für VR-Inhalte.

Zum Start von Viveport 2016 hieß es, dass Viveport kein Steam-Konkurrent werden solle. Viveport-Präsident Rikard Steiber erzählte uns damals: “Wir […] ergänzen Steam mit unserer Philosophie, VR-Erfahrungen abseits des Gaming zu fördern. Es gibt einen Laden für Schuhe und einen Laden für Kleider.”

Erstens kommt es anders …

Das war einmal: Mit dem neuen VR-Abo Viveport Infinity geht HTC mittlerweile voll auf die Gamer-Zielgruppe. Das Unternehmen möchte neben Vive-Nutzern auch Besitzer von Oculus Rift, Windows Mixed Reality oder bald Valve Index in den eigenen Store locken.

Auch hier haben sich die Verhältnisse gedreht: 2016 brauchte Valve HTC noch als Produktionspartner. Jetzt baut das Unternehmen aus Seattle die VR-Brille Index einfach selbst.

Weshalb Index nicht in Kooperation mit HTC entstand, dazu gibt es keine offiziellen Aussagen. Der Verdacht liegt nahe: Beide Unternehmen wollen die Wertschöpfungskette jetzt im Alleingang vollständig abdecken.

HTCs Ziel ist das Allzweck-VR-Abo

Steiber sieht in Index keine Bedrohung für HTC, obwohl Valves VR-Brille eine inoffizielle Vive 2 werden könnte.

“Ich finde es großartig, dass führende Unternehmen in tolle VR-Erfahrungen investieren”, sagt Steiber im Rahmen einer aktuellen Frage-Antwort-Runde bei Reddit.

HTC arbeite wie gehabt mit Valve an Unterstützung für ein breiteres VR-Ökosystem. “Sie unterstützen uns und wir setzen weiter auf SteamVR für unsere Geräte”, sagt Steiber.

HTC erweitert die Kundschaft für Viveport mit Windows-VR-Nutzern.

Viveport Infinity ist der einzige Abo-Service für VR-Brillen – am PC und mobil. Bild: HTC

Mit Viveport Infinity wolle HTC den besten brillenunabhängigen VR-Abo-Service am Markt anbieten, erklärt Steiber. Bei Viveport müssten Entwickler nur einmal publizieren und könnten so Besitzer vieler VR-Brillen erreichen. Steiber hofft, dass künftige VR-Apps möglichst viele Eingabegeräte unterstützen. Das sei lukrativer für die Entwickler.

Erst vor wenigen Tagen kündigte HTC an, dass neben Vive-Brillen und Oculus Rift auch Oculus Rift S und Valve Index im Viveport-Abo unterstützt werden. Wer sich im Juni neu mit einer der beiden VR-Brillen bei Viveport registriert, bekommt die ersten zwei Abomonate geschenkt. Das Angebot gilt auch für Oculus Rift.

Quelle: Reddit, Titelbild: HTC

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