Das deutsche Startup Vality arbeitet an einer VR-Brille, die leicht und kompakt gebaut ist sowie eine sehr hohe Auflösung bietet, dafür aber bei der Sichtfeldweite Kompromisse eingeht.

Das im Herbst 2018 gegründete Unternehmen mit Standort im hessischen Erbach zeigte Road to VR einen frühen Prototyp der VR-Brille: Der kompakte Formfaktor, die hohe Auflösung und das geringe Gewicht von circa 200 Gramm werden durch Micro-Displays und kompakte Multi-Element-Linsen erreicht. Der Nachteil dieser Technik: Sie ist teurer als herkömmliche VR-Technologie und bietet ein im Vergleich kleineres Sichtfeld.

Das Display der Vality-Brille löst mit 2K mal 2K pro Auge auf, das Sichtfeld beträgt 80 auf 80 Grad (horizontal und vertikal). Die Sichtfeldweite ist geringer als bei Spieler-VR-Brillen wie Oculus Rift S (circa 100 Grad) und Valve Index (bis 130 Grad). Den PPD-Wert (Pixel pro Grad) gibt Vality mit 36 an.

Die für das erste Quartal 2021 eingeplante finale Version soll ein höher auflösendes Display sowie ein Sichtfeld von 85 auf 85 Grad bieten und damit auf 46 PPD kommen. Retina-Auflösung wäre bei circa 60 PPD erreicht. Zum Vergleich: Die finnische Industriebrille Varjo VR-1 (Test) kommt auf rund 60 Pixel pro Grad im Fokusbereich, HPs Profi-Brille Reverb auf 19.

Auch das Gewicht soll dem Startup zufolge weiter reduziert werden, von derzeit 200 Gramm auf 150 Gramm. Aktuelle VR-Brillen für den PC wiegen in etwa dreimal so viel. Das Titelbild ist ein Rendering und zeigt, wie das finale Produkt ungefähr aussehen soll.

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Das Gehäuse ist vergleichsweise klein und kann hochgeklappt werden. BILD: Road to VR

Ein früher, aber vielversprechender Prototyp

RoadtoVR konnte das Gerät ausprobieren und fand das Bild “beeindruckend scharf” und zwar über fast das gesamte Sichtfeld hinweg. Bei derzeit gängigen VR-Brillen wird das Bild zu den Sichtfeldrändern hin unscharf. Das geringe Sichtfeld führe hingegen zu einem ausgeprägten Taucherbrilleneffekt.

Der getestete Prototyp erfasst aktuell nur Rotationen des Kopfes und keine Bewegung in die Tiefe des Raums. Hier will Vality bis zum Marktstart mit einem Inside-Out-Trackingsystem nachbessern. Controller sind ebenfalls in Entwicklung, waren jedoch noch nicht vorführbereit.

Die VR-Brille wird per Kabel an einen PC angeschlossen. Das Startup plant als Alternative einen mobilen Taschencomputer als Zuspieler ähnlich Magic Leap One (Test).

Vality fasst Unternehmen und professionelle Anwender ins Auge. Da der anvisierte Endpreis nur 1.000 US-Dollar betragen soll, könnte das Gerät auch für VR-Enthusiasten interessant sein – entsprechende Software-Unterstützung vorausgesetzt – da Geräte wie Vive Pro und Valve Index ebenfalls in diesem Preissegment zu finden sind.

Titelbild: Vality, Quelle: RoadtoVR

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