Seit dem Aufkommen von Virtual Reality habe ich vergleichsweise wenig Zeit mit Monitorspielen verbracht. Ist Virtual Reality besser, da immersiver als herkömmliche Spiele?

Wenn Immersion das alleinige oder ausschlaggebende Kriterium für die Qualität einer Spielerfahrung wäre, dann würde die Antwort wohl Ja lauten. Was Immersion betrifft, könnte man Virtual Reality durchaus als nächste Ausbaustufe des Gaming auffassen: Wer schon einmal eine Rennsimulation oder ein gutes Horrorspiel durch eine VR-Brille erlebt hat, weiß das und verliert danach womöglich das Interesse am schlichten Monitorpendant.

Nun ist Immersion aber nur einer von vielen Aspekten, die Spiele interessant machen. Dass ich nach längerer Abstinenz von Zeit zu Zeit wieder Monitorspiele spiele, liegt ganz einfach daran, dass sie Qualitäten besitzen, die vielen VR-Spielen (noch) abgehen: sie glänzen durch spielmechanische Raffinesse, einen besonderen Anspruch oder inhaltliche Tiefe.

Spiele befriedigen Bedürfnisse

Ein anderer möglicher Grund für meine Rückkehr zu 2D-Gaming: Manche Genres funktionieren in der Virtual Reality nicht so gut. So gibt es meines Wissens noch keinen wirklich hervorragenden Ego-Shooter für Virtual Reality. Wer das bei Gamern beliebte Genre mag, muss auf den Monitor ausweichen, auch wenn ein entsprechendes Virtual-Reality-Spiel womöglich noch besser oder zumindest realistischer wäre.

Am Ende sind es immer bestimmte Eigenschaften, die man an Spielen mag und die von Person zu Person variieren. Wenn Virtual Reality diese Bedürfnisse nicht befriedigen kann, schwenkt man trotz VR-Begeisterung auf die Spielkonsole oder den PC um.

Meine lange 2D-Spielabstinenz untermauert diese These. Ich habe nach 2016 lange Zeit keine Monitorspiele mehr angerührt. Sicherlich auch aus beruflichen und Zeitgründen, aber auch deshalb, weil mir Virtual Reality komplett neue Erfahrungen und Wow-Momente ermöglichte, die ich von herkömmlichen Spiele so nicht mehr kannte.

Jedes Medium steht für sich

Und dennoch ist vor und nach Virtual Reality etwas passiert mit meiner Wahrnehmung. Es scheint, als hätten Monitorspiele an immersiver Überzeugungskraft eingebüßt. Ganz egal, wie gut die Grafik und der Sound ist: Ich kann die künstliche Rahmung nicht mehr wegdenken und amüsiere mich, wenn 2D-Spiele Dinge tun, die in Virtual Reality viel besser funktionierten.

Ich glaube noch immer, dass Virtual Reality ab einem gewissen technischen und inhaltlichen Reifegrad die meisten klassischen Genres in sich aufnehmen und bedeutend weiterentwickeln könnte. Die würden dadurch ein Stück weit zu etwas Neuem, das das Alte zwar etwas altmodisch wirken ließe, aber keineswegs überflüssig machte.

Vergleichen wir Medien, so ist nicht eines besser als das Andere. Jedes Medium steht für sich und hat seine ganz eigenen Qualitäten. Virtual Reality als auch 2D-Gaming hat einen festen Platz in der Mediengeschichte.

Wie steht es um euch? Habt ihr Monitorspielen abgeschworen? Wie hat Virtual Reality eure Perspektive auf klassische Spiele verändert? Schreibt uns in den Kommentarbereich.

Titelbild: Oculus

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