Soloist VR: So wurde der beeindruckende VR-Film gedreht

Soloist VR: So wurde der beeindruckende VR-Film gedreht

Mit VR ist man hautnah dabei, wenn Alex Honnold ungesichert senkrechte Felsen erklimmt. Wie wurden diese beeindruckenden Szenen gedreht?

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The Soloist VR ist eine einstündige VR-Dokumentation für Meta Quest 1 & 2, in der wir den Kalifornier auf wahnwitzige  Kletterrouten begleiten.

Wem Alex Honnold kein Begriff ist: Der 36-Jährige erkletterte als Erster ungesichert den 2,3 Kilometer hohen El Capitan im Yosemite-Nationalpark. Der Dokumentarfilm Free Solo (2018) fing diese erstaunliche Leistung ein und wurde dafür mit einem Oscar ausgezeichnet.

In Europa und den USA gedreht

Nach dem gelungenen VR-Film Everest VR: Journey to the Top of the World (2020) wandte sich der Filmemacher, VR-Enthusiast und Bergsteiger John Griffith einem neuen, noch ehrgeizigeren Projekt zu.

The Soloist VR wurde im Sommer 2021 mit einer kleinen Crew erfahrener Bergsteiger an mehreren Schauplätzen gedreht. Die erste Route meisterte Honnold in den Dolomiten in Italien, wo er die Gelbe Mauer der sogenannten Drei Zinnen hochkletterte. Danach ging die Reise ins französische Chamonix, wo es den Aiguille du Dru hochging. Der Mont Maudit („Verfluchter Berg“) bildete die letzte Etappe des europäischen Kletterabenteuers.

Die Szenen, die Honnold in den Red Rocks und Yosemite-Nationalpark zeigen und den Anfang des VR-Films bilden, wurden erst ganz am Ende gedreht.

Mit Musik im Ohr über dem Abgrund

Die sechsköpfige Crew bestand aus dem Alpinisten Nicolas Hojac, den Bergführern Corrado Pesce und Tomás Mueller, dem Filmteam Renan Oztürk und Jon Griffith sowie Alex Honnold selbst. Hojac ist selbst ein hervorragender Kletterer und in vielen Szenen des VR-Films als Honnolds Kletterpartner zu sehen.

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Honnold bestieg die europäischen Felsen zum ersten Mal, was viel Vorbereitung erforderlich machte. Im VR-Film sieht man, wie Honnold mit Hajoc zusammen gesichert die Gelbe Wand erklettert und sich dabei jede Bewegung und jeden Griff einprägt. Erst am nächsten Tag bestieg Honnold den Felsen ohne Sicherheitsausrüstung.

Unglaublich, aber wahr: Honnold hört Musik, während er klettert. Laut eigenen Angaben, weil er dadurch ein besseres Zeitgefühl hat.

Ein extrem aufwendiger Dreh

Gedreht wurde von oben nach unten statt von unten nach oben. Griffith seilte sich Einstellung für Einstellung ab und installierte dabei die 5,5 Kilogramm schwere, kugelförmige VR-Kamera senkrecht zur Wand, während Honnold ein Stück weiter unten auf einem Felsvorsprung auf grünes Licht wartete.

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Das Rigging-System entwickelte und verfeinerte Griffith in den letzten eineinhalb Jahren. Es benötigt circa zehn Minuten für den Aufbau. Besonders wichtig ist, dass die Kamera absolut stabil ist. Wird sie vom Wind auch nur ein kleines bisschen bewegt, würde das die Aufnahme ruinieren.

Da die VR-Kamera ein 360-Grad-Rundumsicht aufzeichnet, musste sich Griffith jedes Mal wieder den Felsen hochziehen, um aus dem Sichtfeld der Kamera zu verschwinden. Man kann sich vorstellen, wie aufwendig das gewesen sein muss!

Pleiten, Pech und Pannen

Was man im VR-Film nicht sieht, sind die zahlreichen Komplikationen. Der Bergführer Tomás Mueller verletzte sich früh und musste für den Rest des Projekts ausscheiden und kurz vor dem Chamonix-Dreh gab die 15.000 Euro teure VR-Kamera den Geist auf. Da die Crew schon hoch in den Bergen war und die Rückkehr ins Dorf viel Zeit und Kraft gekostet hätte, transportierte ein Helikopter Griffiths Ersatzkamera auf den 3.500 Meter hohen Rastplatz.

John Griffith installiert die VR-Kamera an einem senkrechten Felsen.

Jonathan Griffith macht die Kamera startklar. | Bild: Renan Oztürk / John Griffith Productions / Red Bull

Auch das Wetter spielte oft nicht mit: Die Crew musste teils tagelang warten, bis sich die Bedingungen verbesserten. In den Zwangspausen brachen die Bergsteiger spontan zu kleineren Klettertouren auf, um die Moral hochzuhalten.

Der Dreh auf dem Aiguille du Dru war äußerst komplex und langwierig, sodass die komplette Crew von der Abenddämmerung überrascht wurde und sich möglichst schnell abseilen musste. Dabei kam es zu einem Unfall, der zum Glück glimpflich verlief.

Ihr wollt mehr über diese einzigartigen Dreharbeiten erfahren? Dann schaut das äußerst sehenswerte einstündige Making Of The Soloist VR, optional mit deutschen Untertiteln.

The Soloist VR findet ihr kostenlos auf Oculus TV.

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