Free Solo Climbing: Metas neuer VR-Film ist nichts für schwache Nerven

Free Solo Climbing: Metas neuer VR-Film ist nichts für schwache Nerven

In Soloist VR begleitet ihr den Extremkletterer Alex Honnold hautnah auf lebensgefährliche Aufstiege. Ein VR-Film, der am Nervenkostüm zerrt. 

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Honnold erlangte durch die oscarprämierte Dokumentation Free Solo weltweit Bekanntheit. Darin besteigt der 36-jährige Kalifornier die zwei Kilometer hohe Felswand El Capitan im Yosemite-Nationalpark. Ungesichert, versteht sich.

In der zweiteiligen VR-Dokumentation Soloist VR für Meta Quest 1 & 2 begleitet ihr Honnold auf Klettertouren, die mindestens ebenso furchteinflössend sind.

Die Reise beginnt in den USA, wo ihr den Rekordkletterer kennenlernt. Im Rahmen eines Interviews erzählt Honnold aus seinem Leben und wie er sich auf die Aufstiege vorbereitet, während ihr ihn beim Training im Yosemite National Park und in den Red Rocks beobachten könnt.

Danach geht es nach Europa, wo Honnold an der Seite seiner Schweizer Kollegen Nicolas Hojac Felsen und Berge in den Dolomiten und im französischen Chamonix hochklettert. Den Schlussteil bildet der Aufstieg zum Mont Maudit, dem zweithöchsten Gipfel im Mont-Blanc-Massiv.

Mit Highend-VR-Kamera gedreht

Die Aufnahmen sind atemberaubend. Das VR-Format schafft ein Gefühl der Präsenz und lässt euch Honolds Griffe und Bewegung aus nächster Nähe mitverfolgen. Das Einzige, was der Kletterer bei sich hat, ist ein Täschchen, das an seiner Hüfte baumelt und Kletterkreide enthält, in die Honnold nach jedem zweiten oder dritten Griff hineinlangt.

Kameramann installiert eine Kamera an einer vertikalen Felswand.

The Soloist VR: Das ist Filmen unter Extrembedingungen. | Bild: Renan Ozturk, Jonathan Griffith Productions.

Gedreht wurde mit der 11K-VR-Kamera Insta360 Titan, die stereoskopische 360-Grad-Bilder in guter Qualität und plastischem 3D liefert. Die kugelförmige Kamera wurde jeweils waagrecht zur Felswand montiert und ist dank geschickter Retuschierung nicht im Bild zu sehen. Das heißt, dass ihr neben Honnold über dem gähnenden Abgrund baumelt.

Free Climbing in VR: Schrecken und Staunen

The Soloist VR ist ein emotionaler Film. Er jagt Schrecken ein und ruft Staunen hervor angesichts dieser immensen Körperbeherrschung und athletischen Leistung, die der Schwerkraft zu trotzen scheint. Ein oder zwei Mal bekam ich schwitzige Hände nur vom Zuschauen. Honnold selbst, der seit 25 Jahren klettert und erst in der Vertikale voll in seinem Element ist, gerät während des Films niemals aus der Fassung – was als Laie unvorstellbar ist.

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Seine stärksten Momente hat der Film, wenn er minutenlang in einer Einstellung verharrt, in denen man nichts hört als Honnolds Keuchen und ihm atemlos dabei zusieht, wie er sich ruhig und kontrolliert den Felsen hochwuchtet.

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Zuweilen kommen Wolken auf und man sieht Honnold in undurchdringlichen Nebel gehüllt. Dann muss er in einer Nische warten. Wetterschwankungen gehören neben lockerem Felsgestein zu den häufigsten Todesursachen von Freikletterern.

The Soloist VR: Pflicht für Quest-Fans

Ich bevorzuge VR-Filme im 180-Grad-Format, weil ich diese auf der Couch schauen kann. The Soloist VR ist eine Ausnahme: Er bietet eindrucksvolle Naturpanoramen, die in 360-Grad am besten zur Geltung kommen. Wenn Honnold und Hojac einen Gipfel erklimmen, ist es eine große Freude, sich vollkommen frei umschauen zu können. Ebenfalls beeindruckend sind die ausgedehnten Zeitrafferaufnahmen, die Tag- und Nachtwechsel von bestechender Schönheit zeigen.

Teil 1 und 2 der VR-Doku nehmen zusammen eine volle Stunde in Anspruch. Diese für VR-Realfilme epische Länge ist eine weitere Besonderheit dieses Werks. Unnötig lang ist er jedoch nicht: Die Zeit verstreicht schnell.

Alex Honnold klettert als winzige rote Figur eine Felsspalte hoch.

Nichts für Menschen mit Höhenangst: Die VR-Doku zeigt unglaubliche Kletterszenen. | Bild: Jonathan Griffith Productions

The Soloist VR könnt ihr euch mit Quest 1 & 2 kostenlos in Oculus TV anschauen. Ich rate, beide Teile herunterzuladen. So seht ihr den VR-Film in bestmöglicher Qualität und seid nicht von eurer Internetverbindung abhängig. Da es sich um große Dateien handelt (jeweils 8-9 Gigabyte), kann es sehr ärgerlich sein, wenn der Download unterbricht. In diesem Fall hilft ein Neustart der VR-Brille. Der Download sollte anschließend fortgesetzt werden. Wie ihr den VR-Film herunterladen könnt, steht in unserem Quest-2-Tipps-&-Tricks-Guide.

Wer sich für die extrem aufwendige Entstehung des VR-Films interessiert, findet bei Red Bull TV ein dreiteiliges Making-Of im 2D-Format. Geht hierfür in Oculus TV auf „Kanäle“ und ladet die entsprechende App herunter.

Produziert wurde die VR-Doku von Jonathan Griffith Productions, die schon mit Everest VR: Journey to the Top of the World für offene Münder sorgte.

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