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Quest-Verkauf in Deutschland: Meta will Konsumenten gegen Regulatoren einspannen

Quest-Verkauf in Deutschland: Meta will Konsumenten gegen Regulatoren einspannen
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Bundeskartellamt-Sprecher Kay Weidner sagt auf Rückfrage, dass sich das im Dezember 2020 gestartete Verfahren zu einem möglichen Kartellrechtsverstoß seitens Meta auf die Verknüpfung des VR-Angebots von Meta (Oculus Quest, Quest 2) mit dem sozialen Netzwerk Facebook beziehe.

"In diesem Verfahren hat das Bundeskartellamt bislang keine Entscheidung getroffen oder Meta konkrete rechtliche Vorgaben gemacht", sagt Weidner.

Die bisherige Verkaufsstrategie für Deutschland beruhe allein auf Metas Entscheidung. Zu begrüßen sei, dass Meta über das kürzlich eingeführte Meta-Konto ermöglicht, VR-Produkte ohne Facebook-Verbindung zu nutzen.

"Über die konkreten Modalitäten dieses Registrierungsprozesses sind wir in Gesprächen mit dem Unternehmen", sagt Weidner.

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Metas Quest-Verkaufsstopp in Deutschland geht weiter, der genaue Grund ist nicht bekannt. Aber Meta hat laut Technikchef Andrew Bosworth „einen Plan“ – und in diesem spielt der Enthusiasmus deutscher Konsument:innen offenbar eine Rolle.

Seit Februar 2019 stehen Meta und das Bundeskartellamt im Clinch (Chronik). Anfangs ging es insbesondere um die mit Quest eingeführte Facebook-Account-Pflicht für Quest-Headsets und damit die Verknüpfung von Produkten, die keinen direkten Bezug haben, aber zu einer marktbeherrschenden Stellung beitragen. Der konkrete Kritikpunkt war die Zusammenführung verschiedener Datenströme.

Meta vs. Bundeskartellamt geht in die nächste Runde

Doch mittlerweile scheint mehr hinter der Sache zu stecken: Meta stellte im Sommer auf Meta Accounts um, die die Facebook-Account-Pflicht auflösen (ein Horizon-Account für Metas Social-VR-Anwendungen ist weiter Pflicht). Dennoch werden die Quest-Geräte weiter nicht in Deutschland verkauft. Das gilt so lange, bis Meta anders entscheidet – also auch für die kommende Quest Pro.

Weshalb verzichtet Meta weiter auf den Verkauf? Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit einer Ankündigung des Bundeskartellamts aus dem Januar 2021, die besagt, dass der neue Paragraf 19a des GWB-Digitalisierungsgesetzes erstmals im Verfahren gegen Meta angewandt werden soll. Der Paragraf soll dem Bundeskartellamt „ein frühzeitiges Eingreifen bei Wettbewerbsgefährdungen durch bestimmte große Digitalkonzerne“ ermöglichen und könnte in Europa zum Vorbild werden.

Diese Gefährdung könnte vom Bundeskartellamt über die Facebook-Account-Pflicht hinaus gesehen werden, etwa weil Meta die Quest-Geräte massiv aus dem Werbegeschäft subventioniert, was auch der US-Wettbewerbsbehörde FTC missfällt, oder weil VR selbst ohne Facebook-Account-Pflicht viele Bewegungs- und Körperdaten sammelt und dadurch eine neue Datenklasse erzeugt.

Weder Meta noch das Bundeskartellamt äußerten sich in der Vergangenheit zum konkreten Streitpunkt. Das Bundeskartellamt weist darauf hin, dass Meta freiwillig auf den Verkauf verzichtet. Und dass Meta weiter verzichtet, zeigt, dass es offenbar mit den Plänen des Bundeskartellamts nicht einverstanden ist.

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Meta macht trotz Verkaufsstopp XR-Werbung in Deutschland

Dennoch schaltet Meta neuerdings TV-Werbung zum Metaverse in Deutschland und veranstaltet wieder Events für die deutsche Presse. Auf einem aktuellen Event dürfen deutsche Journalist:innen die VR-Brille Meta Quest 2 ausprobieren. Wieso gibt es dieses Event – steht etwa ein zeitnaher Deutschlandstart an?

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Aktuelle Aussagen von Meta-CTO Andrew Bosworth lassen eine andere Strategie vermuten: Meta möchte deutsche Konsument:innen trotz Verkaufsstopp für die eigenen XR-Produkte begeistern, damit diese ihr Interesse gegenüber Regulierungsbehörden äußern.

Bosworth sagt das offen in einem Instagram-Post auf die Frage, ob Metas XR-Brillen nach der Auflösung der Facebook-Account-Pflicht in Deutschland verkauft würden: Es würde nicht schaden, wenn die Menschen in Deutschland „ihren Enthusiasmus“ für den Marktstart von Quest-Headsets in Deutschland „gegenüber lokalen Regulierungsbehörden zum Ausdruck bringen“, so Bosworth. Und weiter: „Wir haben einen Plan.“

Deutschland sei global und in Europa ein wichtiger Markt, auf dem Meta die eigenen Headsets gerne anbieten würde, sagt Bosworth.

Meta Quest Pro aus Deutschland bestellen

Meta Quest Pro wird in Deutschland noch nicht verkauft, ihr bekommt sie aber problemlos über Amazon Frankreich. Tipp: Rechtsklick auf die Webseite und “Übersetzen” wählen.

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Quellen: Andrew Bosworth bei Instagram