Niantics Pfad zur Augmented-Reality-Cloud wird durch die Übernahme des 3D-Scan-Startups 6d.ai konkreter.

Im AR-Laufspiel Ingress erprobt Niantic die neue Funktion zuerst: Beim sogenannten “Portal Scanning” müssen Spieler mit dem Smartphone in der Hand Portale dreidimensional einscannen.

Der Trick: Diese Portale liegen häufig auf bemerkenswerten Objekten in der Umgebung wie Statuen und Skulpturen. Der Scan-Vorgang dauert laut Niantic circa 20 bis 30 Sekunden.

Der Scan-Vorgang ist direkt in die Spiele-App integriert. Durch das Spielelement hat Niantic einen starken Hebel, Menschen zum 3D-Scanning zu motivieren. Bild: Niantic

Der Scan-Vorgang ist direkt in die Spiele-App integriert. Durch das Spielelement hat Niantic einen starken Hebel, Menschen zum 3D-Scanning zu motivieren. Bild: Niantic

Im Optimalfall läuft der Spieler einmal um das Scan-Objekt herum – 180-Grad sind auch ok, wenn nicht anders möglich. Niantic sucht außerdem nach Scans bei unterschiedlichen Umgebungsbedingungen wie Tageszeit oder Wetter.

Die folgende Animation zeigt das Ghandi Monument in San Francisco, das mit der in der Ingress-App integrierten Scan-Technologie von vielen unterschiedlichen Nutzern eingescannt und dann in der Cloud zusammengeführt wurde.

Die Scans sind für Ingress-Spieler freiwillig, werden aber mit Spielepunkten belohnt. Die Scan-Funktion wird nach und nach an eine größere Spielergemeinschaft ausgerollt.

Die Scan-Daten werden laut Niantic anonymisiert übermittelt und können nicht mit individuellen Spielerprofilen verknüpft werden. Weitere Informationen stehen auf der offiziellen Hilfe-Seite.

Auf dem Pfad zur digitalen 3D-Welt

Offiziell startete die 3D-Scanning-Funktion bei Ingress Mitte März, also schon vor Niantics Bekanntgabe der Übernahme des Scanning-Startups 6D.ai.

Dennoch dürfte die Technologie des Startups schon im neuen 3D-Scan-Feature stecken, die beiden Unternehmen kooperierten bereits vor der Fusion. Das folgende Video zeigt einen vollständigen Scan-Vorgang in Ingress.

Gemeinsam mit 6D.ai würde Niantic “eine dynamische 3D-Karte der Welt” entwickeln für “neue Arten planetenübergreifender AR-Erfahrungen”, sagte Hanke bei der Übernahme und plant offenbar sehr weit in die Zukunft.

Ziel sei eine AR-Plattform für Entwickler mit akkuraten 3D-Umgebungsdaten. Diese ermögliche fortschrittlichere Augmented Reality, die sich “geerdet und realistischer” anfühlt.

Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis 3D-Scanning-Spielelemente auch in Niantics erfolgreichstem AR-Spiel, Pokémon Go, sowie in dessen Harry-Potter-Abwandlung Wizards Unite auftauchen.

Über Niantics AR-Strategie und das Potenzial der AR-Cloud sprechen wir im MIXED.de-Podcast #190.

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