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Playstation VR 2: Sony steht ein harter Kampf bevor

Playstation VR 2: Sony steht ein harter Kampf bevor

Playstation VR 2 ist teurer als gedacht und wird ein Nischenprodukt, falls Sony nicht langfristig in die Plattform investiert.

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Die Katze ist aus dem Sack: Playstation VR 2 erscheint im Februar 2023 und wird hierzulande 600 Euro kosten.

Ohne VR-Spiele, versteht sich. Wer das System im Bundle mit Sonys großem PSVR2-Vorzeigetitel Horizon Call of the Mountain erwerben möchte, wird 650 Euro hinblättern müssen.

Das PS5-Zubehör kostet demnach mehr als die PS5 selbst, für die mindestens weitere 450 Euro anfallen. Damit liegt der Einstiegspreis für konsolenbasierte Highend-VR bei über 1.000 Euro.

Playstation VR 2: Ein Schnäppchen – oder auch nicht

Als langjähriger VR-Enthusiast werde ich mir eine PS5 und PSVR2 kaufen. Keine Frage!

Nach fast drei Jahren Meta Quest sehne ich mich nach größeren, schöneren, hochwertigeren VR-Spielen. Da PC-VR mehr oder weniger tot ist und ich deshalb auch keinen Grund sehe, mir einen neuen Rechner zu kaufen, kommt mir Playstation VR 2 gerade recht.

Das System bietet zudem eine Menge toller VR-Technik, die ich so in keinem anderen Headset dieser Preisklasse finde. So gesehen, ist die PSVR 2 fast schon ein Schnäppchen.

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Aber darum geht es nicht. Die entscheidende Frage ist, was die Menschen denken, die nicht auf VR warten. Denn diese muss Sony vom Kauf überzeugen, damit die Plattform eine Chance hat und Virtual Reality wächst. Bei dieser Zielgruppe fallen die Reaktionen wahrscheinlich ganz anders aus und deren Nachfrage ist es, die letzten Endes bestimmt, ob Playstation VR teuer ist oder nicht.

Die großen Marken fehlen

Im September nannte ich mehrere Gründe, weshalb PSVR2 richtig viel kosten könnte. Meine Schätzung wurde gar noch übertroffen!

Nun gibt es Versuche innerhalb der VR-Blase, den hohen Preis zu relativieren, indem man auf die hochwertige Technik verweist oder die Inflation. Doch solche Finessen, fürchte ich, interessieren den Standard-Konsolero herzlich wenig.

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600 Euro? Das klingt nach viel Geld und wird viele potenzielle Käufer:innen abschrecken. Gerade im gegenwärtigen ökonomischen Klima.

Selbst wenn Sony zu diesem Preis eine Reihe namhafter Titel auf Lager hätte, wäre die Playstation VR 2 ein „tough sell“. Tut sie aber nicht. Horizon Call of the Mountain ist der einzige VR-exklusive Launchtitel mit Strahlkraft und es bleibt abzuwarten, wie viel spielerische Tiefe er bietet. Unter den bislang angekündigten PSVR2-Spielen und den gestern enthüllten 11 Titeln gibt es kein einziges anderes VR-Spiel, das von einem der großen First-Party-Studios entwickelt wird. Half-Life: Alyx fehlt bislang ebenfalls.

Hält Sony noch eine Überraschung bereit bis zum Launch im Februar 2023? Ich würde nicht darauf wetten.

PSVR 2: Sony muss Ausdauer beweisen

Playstation VR 2 könnte im schlimmsten Fall das gleiche Schicksal ereilen wie die erste Playstation VR: Zu diesem Preis und Software-Angebot könnte sie ein Nischenzubehör werden, das nicht mal zehn Prozent der PS5-Besitzer:innen ihr Eigen nennen.

Damit sich die Geschichte nicht wiederholt, muss Sony die Plattform dieses Mal langfristig unterstützen, das heißt: über längere Zeit hervorragende Software liefern, die den Kauf für Konsolenspieler:innen lohnenswert macht und Studios zeigt, dass es Sony ernst meint mit dem Aufbau des eigenen VR-Ökosystems. Ansonsten könnte Playstation VR 2 zu einer Plattform für Quest-Portierungen verkommen. Schon jetzt sind viele „Enhanced“-Versionen mit leicht verbesserter Grafik angekündigt.

Ich hoffe, dass Sony bis zum Weihnachtsgeschäft 2023 eine zugkräftige Spiele-Bibliothek beisammen hat, noch die eine oder andere Überraschung aus dem Ärmel schüttelt und den Preis senkt oder zumindest mit ein oder zwei großen Titeln im Paket anbietet.

Wenn die potenzielle Käuferschaft selbst dann nicht zugreift, ist das Urteil des Marktes gefallen. Playstation VR 2 ist anders als  das Vorgängermodell zu seiner Zeit ein gereiftes und fortschrittliches Stück Technik. Führen hochwertige Hard- und Software nicht dazu, dass Konsolen-Spieler:innen den Sprung in die VR wagen und sich dort auch regelmäßig aufhalten, dann werden es künstlich gedrückte und stark subventionierte Preise auch nicht schaffen.

Sony selbst gibt sich zuversichtlich: Zum Launch sollen zwei Millionen Geräte bereitstehen. Ich wünsche gutes Gelingen.