Oculus Quest: Facebook plant Verkauf ohne Spiele-Controller

Oculus Quest: Facebook plant Verkauf ohne Spiele-Controller

Oculus Quest und Touch bilden eine feste Einheit. Das muss nicht für immer so bleiben, verrät Facebooks VR-Technikberater John Carmack.

Die Touch-Controller haben sich gut gehalten: Wer eine Oculus Quest 2 kauft, erhält Touch-Geräte der dritten Generation, die sich im Design kaum von den 2016 gelaunchten Original-Touches unterscheiden.

Darüber hinaus ist das vor allem das Button-Layout zum Industriestandard geworden, an den sich andere Hersteller wie Valve, HTC und Sony mit ihren eigenen VR-Controllern halten. Das Ziel, Oculus Touch als Eingabestandard wie die Maus am PC zu etablieren, könnte Facebook gelingen.

Entwickelt und optimiert wurde Oculus Touch zwar in erster Linie fürs Gaming, doch der Controller funktioniert auch bspw. bei Kreativ-Apps gut. Dennoch: Für Nicht-Spieler sind die vielen Knöpfe und Eingabemöglichkeiten eher abschreckend. Die eigenen Hände als Eingabemethode sind intuitiver, eine Option, die bei der Erfindung von Oculus Touch höchstens als Zukunftsvision existierte.

Arbeiten im virtuellen Überall-Office

Die nächsten großen Anwendungsfälle mit Wachstumspotenzial sind VR-Fitness, Social-Apps und Produktivität. Insbesondere VR als Arbeitsgerät stellt Facebook in den letzten Monaten häufiger ins Schlaglicht. Die Vision ist, Oculus Quest in eine mobile Arbeitsplattform zu verwandeln, die jederzeit und überall Zugriff auf virtuelle Monitore und Arbeitswerkzeuge ermöglicht.

Zu diesem Zweck arbeitet Facebook am Infinite Office, einem Feature-Paket, das diese und kommende Generationen der VR-Brille nach und nach zu einem validen Arbeitsgerät ausbauen soll. Dank des neuesten Quest-Updates können Nutzer demnächst ihren Arbeitstisch in die Virtual Reality holen und per Tastatur- und Handtracking in einem virtuellen Büro arbeiten. In diesem Kontext verliert Oculus Touch seinen angestammten Nutzen als Gaming-Controller.

Touch-Controller werden optional

In einem Twitter-Talk spricht John Carmack über Facebooks längerfristige Pläne für Oculus Quest und deutet an, dass die VR-Brille in Zukunft in einem Paket ohne Touch-Controller auf den Markt kommen könnte. In diesem Fall würde das Gerät allein per optischem Handtracking gesteuert.

„Wir befinden aus einem mehrjährigen Pfad, Touch als Kernfeature auszugliedern. Wir möchten in Zukunft ein SKU ohne Controller anbieten, das lediglich auf Handtracking setzt, für die Menschen, die eine Tastatur und Maus nutzen und nicht für Controller bezahlen wollen“, sagt Carmack. Irgendwann solle die VR-Brille in der Lage sein, ein Tablet oder Chromebook zu ersetzen.

Zukunftsvision VR-Office: Facebook muss noch viel verbessern

Die Touch-Controller seien wertvoller für das Gaming, als er ursprünglich dachte, aber in Zukunft könnten viele Nutzer auf die Eingabegeräte verzichten, weil sie die VR-Brille nicht für Spiele benutzen.

Bis es so weit ist und Quest mehr als eine portable Gaming-Konsole wird, dürfte noch etwas Zeit vergehen: Das Handtracking der aktuellen Quest ist technisch noch nicht ausgereift genug, um im Arbeitsalltag wie eine Maus präzise und schnell durch Interfaces zu führen. Auch ist die VR-Brille noch zu schwer und unbequem für lange Arbeitsessions.

Außerdem hat Facebook noch kein Ökosystem für Produktivität am Start. Ob die Office-Arbeit mit Drittanbieter-Apps allein im Browser ein probater Ersatz für ein natives App-Ökosystem sein kann, wie es beispielsweise Microsoft mit der Office Suite bietet, bleibt abzuwarten.

Mit der nächsten Quest-Generation oder einer Quest Pro könnte das VR-Office näherrücken, wenn Facebook die zuvor genannten Probleme beseitigen kann.

Via: UploadVR, Titelbild: Facebook

Oculus Quest 2 aus Deutschland bestellen

Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

Bei Amazon Frankreich könnt ihr die Oculus Quest 2 ganz normal kaufen. Tipp: Rechtsklick auf die Webseite und “Übersetzen” wählen.

Oculus Quest – 64 GB | Oculus Quest – 256 GB

Hinweis: Ihr könnt bei Amazon Frankreich über euren deutschen Account bestellen. Die VR-Brille unterstützt deutsche Sprache in den Menüs. Eine regionale Sperre seitens Facebook ist derzeit nicht aktiv – Quest 2 funktioniert ganz normal. Amazon Frankreich liefert innerhalb weniger Tage, zum Teil werden die Geräte sogar aus Lagern in Deutschland verschickt.

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