Bislang mussten VR-Entwickler durch einen aufwendigen Kontrollprozess, bevor ihre App im Store für Oculus Quest erscheinen durfte. In Zukunft will Facebook einen alternativen Distributionskanal bieten.

Für Nutzer von Oculus Quest hat Facebook eine gute Nachricht parat. Anfang März deutete das Unternehmen an, dass eine offizielle Alternative zur Sideloading-Plattform Sidequest in Arbeit sei.

Nun bestätigt Facebook das Vorhaben: Anfang 2021 will das Unternehmen einen neuen App-Distributionskanal ins Leben rufen, der es Entwickler ermöglicht, Quest-Apps ohne Sideloading (Anleitung) und Veröffentlichung im Oculus Store mit Quest-Nutzern zu teilen.

“Unser Kuratierungsprozess wird nicht verschwinden, aber jetzt, da Quest ein gesundes und nachhaltiges Ökosystem aufgebaut hat, sind wir bereit, einen neuen Pfad für VR-Entwicklung zu eröffnen”, schreibt Facebook im Oculus Blog.

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Bei Sidequest ziehen sich Quest-Spieler VR-Apps, die es nicht in den offiziellen Store schaffen. Dieses Segment will Facebook künftig selbst versorgen. | Bild: SideQuestVR

“Indem wir es Entwicklern einfacher machen, Quest-Besitzer zu erreichen, wollen wir jene inspirieren, die die nächste Welle toller Erfahrungen für Quest entwickeln”, heißt es. Facebook ermutigt Go-Entwickler, auf Oculus Quest umzuschwenken mit der Möglichkeit, ihre Inhalte im neuen Distributionskanal zu veröffentlichen.

Auf der Oculus-Entwicklerseite stellt das Unternehmen Anleitungen für den Wechsel von 3DOF auf 6DOF bereit. Für Quest-Entwickler, die an Apps für Unternehmen arbeiten, will Facebook ein B2B-Pendant des Kanals anbieten.

Sidequest dürfte seine Daseinsberechtigung behalten

Die Einführung der neuen Distributionsplattform wird Sidequest aller Voraussicht nach nicht überflüssig machen. Facebook will mit der Plattform Entwicklern ermöglichen, Apps leichter in Umlauf zu bringen und von Nutzern testen zu lassen, weist jedoch darauf hin, dass die dort veröffentlichten Anwendungen Oculus’ Plattform– und Inhaltsrichtlinien entsprechen müssen.

Ein Quake oder Pokémon VR, das Urheberrechte Dritter verletzt, wird dort mit Sicherheit nicht zugelassen. Für den rechtlichen Graubereich dürften experimentierfreudige Quest-Nutzer weiterhin Sidequest einsetzen, auch wenn die Sideloading-Plattform auf Facebooks Druck hin Inhalte mittlerweile strenger kuratiert und beispielsweise pornografische Inhalte nicht mehr anbietet.

Quelle und Titelbild: Facebook

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