Zwei Wochen nach Marktstart ist ein Jailbreak der Oculus Quest 2 gelungen. Was das für die VR-Brille, Facebook und Verbraucher bedeutet, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

Mitte September rief der VR-Entwickler Robert Long via Twitter zum Jailbreak der Oculus Quest 2 auf und bot 5.000 US-Dollar für eine Umgehung der Facebook-Loginpflicht.

Nach einem zweiten Aufruf im Oktober stellte der Oculus-Gründer Palmer Luckey weitere 5.000 US-Dollar für einen erfolgreichen Hack in Aussicht.

Long hatte in der Vergangenheit erfolglos zu einem Jailbreak der Original-Quest aufgerufen. Die 2019 erschienene VR-Brille unterlag anders als Oculus Quest 2 keinem Facebook-Zwang. Die kontroverse neue Regelung könnte Hacker ermutigt haben, einen ernsthaften Versuch zu unternehmen und die Loginpflicht auszuhebeln.

Jailbreak angeblich gelungen

Am 26. Oktober, also knapp zwei Wochen nach Marktstart der Oculus Quest 2, bestätigt die Non-Profit-Organisation XR Safety Initiative (XRSI), dass ein Jailbreak gelungen ist.

Ein “Forscher der XR-Gemeinschaft” habe es geschafft, Zugriff auf das Root-Konto der Oculus Quest 2 zu erlangen und die Facebook-Loginpflicht zu umgehen, heißt es in der Meldung. XRSI habe den Jailbreak geprüft.

Die Organisation setzt sich laut eigenen Angaben für Cybersicherheit und Datenschutz ein und wurde 2019 von Kavya Pearlman gegründet. Das Ziel des XRSI ist, Verbrauchern vollen Zugriff auf Hard- und Software käuflich erworbener XR-Geräte zu ermöglichen und macht sich für entsprechende Nutzerrechte stark.

Long verkündete den Jailbreak via Twitter und versprach, das versprochene Preisgeld an den Jailbreaker auszuzahlen. Eine geplante Crowdfunding-Kampagne brach er ab. Stattdessen ruft er Unterstützer seiner Initiative auf, Spenden der XRSI-Plattform Ready Hacker One zukommen zu lassen.

Wie reagiert Facebook?

Welche Folgen der Jailbreak haben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

Verbrauchern dürfte der Jailbreak früher oder später erlauben, ein Facebook-fremdes Betriebssystem auf Oculus Quest 2 zu installieren, das die Loginpflicht umgeht.

Wahrscheinlich muss dieses erst noch programmiert werden und wird daher wenig Nutzerkomfort bieten. Wichtige Systemfunktionen dürften fehlen und manche Spiele und Apps nicht nutzbar sein, weshalb der Jailbreak wohl nur für Enthusiasten, Tüftler und technisch Interessierte relevant werden dürfte.

Facebook könnte zum einen rechtliche Mittel bemühen und gerichtlich gegen Jailbreaker vorgehen, zum anderen vorhandene Sicherheitslücken mit zukünftigen Betriebssystem-Updates schließen.

Eine dritte und weichste Form des Widerstands bestünde in der gewissenhaften Pflege der eigenen Plattform. Ein häufig aktualisiertes und um neue Funktionen bereichertes Betriebssystem dürfte aus Konsumentensicht noch das beste Argument gegen Jailbreaks zu sein.

Quelle: Ready Hacker One, Titelbild: Facebook

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