Jack McCauley gehörte dem Oculus-Gründerteam an. Er glaubt nicht, dass Facebook mit VR noch der große Durchbruch gelingt.

Oculus Rift, Go, Quest – mit drei VR-Brillen gleichzeitig am Markt versucht sich Facebook weiter am großen VR-Durchbruch. War die Erwartungshaltung an die Brillenverkaufszahlen anfangs noch hoch, backt Facebook-Chef Mark Zuckerberg spätestens seit Herbst 2018 kleinere Brötchen. Wenigstens zehn Millionen begeisterte VR-Nutzer sollen es werden, damit das Ökosystem ins Laufen kommt.

Jack McCauley stieg zur legendären Oculus-Rift-Kickstarterkampagne beim Startup als Mitgründer ein. Zuvor arbeitete er unter anderem an Guitar Hero und Microsofts Xbox 360.

Als Chef-Ingenieur war er maßgeblich an der Entwicklung der ersten beiden Entwicklerversionen der Rift-Brille beteiligt. Im November 2015 endete seine Zeit bei Oculus. Derzeit arbeitet er als freischaffender Innovator.

Aus dem Kopf erinnert sich McCauley, dass die ersten beiden Entwicklerversionen der Rift-Brillen je circa 70.000 und 150.000 Mal verkauft wurden. Je nach Schätzung dürfte Oculus derzeit über alle Geräte hinweg zwischen zwei und drei Millionen VR-Brillen am Markt haben.

Was kommt nach dem “Wow”?

Mittlerweile ist McCauley nicht mehr davon überzeugt, dass Facebook mit VR noch ein signifikanter Durchbruch gelingt: “Wenn wir erfolgreich verkaufen könnten, hätten wir das schon getan”, sagt McCauley.

“Man setzt die Brille auf und es gibt ein großes Wow, aber was macht man dann damit?”, fragt McCauley. “Selbst als ich noch bei Oculus war, habe ich nicht geglaubt, dass die Leute mit einer VR-Brille draußen herumlaufen werden.”

Speziell VR-Spiele sieht McCauley kritisch, unter anderem wegen des noch immer ungelösten Problems der VR-Übelkeit. Außerdem würden viele Menschen Spiele gerne gemeinsam mit Freunden vor einem normalen 2D-Screen erleben.

“Videospiele sind aus vielen guten Gründen keine 3D-Erfahrung geworden. Ich habe keine Ahnung, welche App Spieler dazu bringen könnte, sechs Stunden am Stück in VR zu bleiben wie bei Spielekonsolen”, sagt McCauley.

Dass Facebook weiter hohe Summen in Oculus investiert, ist für McCauley herausgeworfenes Geld. Der 59-Jährige verlässt sich bei dieser Einschätzung auf seine Berufserfahrung: “Vielleicht liege ich falsch, aber ich bin lange dabei. […] Aber in diesem Fall, glaube ich, habe ich Recht.”

McCauley sah PC-VR aufgrund “enttäuschender Verkaufszahlen” schon 2017 als Flop an. Damals noch sah er die Zukunft in mobilen, günstigeren VR-Brillen: Samsungs Gear VR bezeichnete er als “Hit” aufgrund der eher weiten Verbreitung mit mehr als sechs Millionen Einheiten am Markt.

Samsung teilte diese Einschätzung offenbar nicht und hat Gear VR mittlerweilse fast vollständig aufgegeben.

Quelle: CNBC, Titelbild: Facebook

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