Mondly für Oculus Quest: Sprache lernen mit VR?

Mondly für Oculus Quest: Sprache lernen mit VR?

Heute erscheint die Sprachlern-App Mondly für Oculus Quest. Ich habe sie ausprobiert.

Mondly ist eine 2014 gegründete Sprachlernplattform, die durch eine Besonderheit heraussticht: Sie bietet Lerninhalte, die eigens für VR und AR entwickelt wurden.

Sein VR-Debüt feierte Mondly 2017 für Smartphone-VR-Brillen wie Samsung Gear VR und Daydream View. Seit dem 26. August 2021 gibt es die VR-App für Oculus Quest. Ich nahm die Gelegenheit wahr und wagte den Selbstversuch: Kann mir die VR-App beim Auffrischen meiner Französischkenntnisse helfen?

Die Angst vor dem Sprechen loswerden

Mondly VR nutzt die Stärken der Virtual Reality. Denn anstatt Vokabeln zu büffeln, versetzt die App Lernende in konkrete Alltagssituationen: eine Begegnung im Zug, eine Taxifahrt, ein Restaurantbesuch, ein Einkauf im Kleidergeschäft, ein Check-in im Hotel und mehr. Durch Simulationen, die immersiv, aber rein virtuell sind, möchte Mondly Lernenden die Angst vor dem Sprechen einer neuen Sprache nehmen.

„Aus unserer Erfahrung tun sich Menschen deshalb so schwer mit dem Erlernen neuer Sprachen, weil sie selten Gelegenheit oder Angst davor haben, ihre Sprachkenntnisse einzusetzen. Mit Mondly VR können sie diese Hemmnisse überwinden und sich angstfrei das Sprechen in der Fremdsprache angewöhnen“, sagt Mondly-CEO Alex Iliescu.

Das Gespräch beginnt

Ich setze mir also die VR-Brille auf und starte das erste Lernmodul: eine Gesprächssituation im Zug. Nun sitze ich einer jungen Frau gegenüber, die mich freundlich begrüßt. Ich kann mir schriftlich einblenden lassen, was die Frau sagt hat oder noch besser: lauschen und meinem Sprachverständnis vertrauen.

Sie fragt nach meinem Namen. Nun bin ich an der Reihe: Ich klicke auf ein Mikrofon-Symbol und antworte ihr auf Französisch. Aha, die App nutzt Spracherkennung.

Auch hier kann mir Mondly VR weiterhelfen, sollte ich ratlos sein: Weiß ich nicht weiter, öffne ich ein Fenster, das mir drei mögliche Antworten oder Fragen einblendet, die das Gespräch sinnvoll fortsetzen. Recht erstaunlich ist, dass ich auch ganz andere Antworten geben kann und das virtuelle Gegenüber diese teilweise versteht.

Mondly VR bietet nicht so viele Kurse, aber dafür 29 Sprachen.

Sprachliche Missverständnisse

Leider sind der Sprach-KI enge Grenzen gesetzt: Das Gespräch entfaltet sich entlang eines vorgefertigten Frage-Antwort-Schemas. Schweife ich ab, versteht das Gegenüber meine Fragen nicht mehr.

Auch die Spracherkennung hat ihre Macken: In einem Geschäft will ich der Verkäuferin zu verstehen geben, dass ich ein weißes T-Shirt kaufen möchte. Die missversteht mich allerdings wiederholt, da sie „blanc“ (Deutsch: „weiß“) mit dem phonetisch ähnlich klingenden „non“ (Deutsch: „nein“) verwechselt.

Etwa ein Dutzend solcher Alltagsszenen bietet Mondly und daneben eine Handvoll Minikurse, in denen man einzelne Worte (Planeten, Früchte und Obst) lernt. Besonders viel ist das nicht.

Dafür kann man sämtliche Situationen in 29 Sprachen durchgehen und sich auf diese Weise einen Grundstock an Sprachwissen für Alltagsszenarien aneignen – vorausgesetzt, man hat schon die Grundlagen einer Sprache gelernt.

Wie bestelle ich Essen und Trinken in einem Restaurant? Mondly VR simuliert solche Standardsprachsituationen.

Riesenpotenzial dank KI-Fortschritten

Eine Sprache von Grund auf lernen, kann man mit Mondly VR nämlich nicht. Die VR-App ist eher als Ergänzung zu Mondlys Internetsprachkursen und der dazugehörigen Smartphone-App gedacht. In Mondly geht es um die Praxis und nicht die Theorie.

Unterhaltsam ist die VR-App auf jeden Fall. Vor allem das Experimentieren mit der Sprach-KI ist interessant: um herauszufinden, was sie versteht und was nicht. Denn wie im richtigen Leben, macht das Sprechen am meisten Spaß, wenn es spontan geschieht und Improvisation beinhaltet.

Fließend Französisch lernen werde ich mit Mondly VR nicht, aber einen Grundstock an Vokabeln und Ausdrücken, die mich durch Standardsituationen bringen.

Apropos Sprach-KI: Sollte die Technologie zum Beispiel dank Sprachmodellen wie GPT-3 weiter reifen, tun sich hier aufregende Möglichkeiten des Sprachenlernens auf, außerhalb und innerhalb der VR. Man stelle sich vor, man könnte in Fremdsprachen richtige Gespräche mit KI-Menschen führen. Dies würde das Sprachenlernen auf die nächste Stufe katapultieren.

Mondly kann man ab heute im Oculus Store für Oculus Quest kaufen. Die VR-App kostet 9,99 Euro.

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