Mojo Vision: AR-Kontaktlinse kommt mit Computer-Kette

Mojo Vision: AR-Kontaktlinse kommt mit Computer-Kette

Mit der AR-Kontaktlinse von Mojo Vision liegt das Digitale direkt auf dem Auge. Doch wie kommt es dorthin? Der Hersteller hat eine ungewöhnliche Idee für den Zuspieler.

Mojos Kontaktlinse ist keine Träumerei: Ein Protoyp existiert und funktioniert laut Hersteller. Die Tech-Kontaktlinse wird wie eine gewöhnliche Linse direkt auf dem Auge getragen. Dort zeigt sie Text, Grafiken und Videos an. Das MicroLED-Display ist direkt in die Linse eingelassen und laut Mojo Vision so winzig wie ein Sandkorn.

Mojo Lens ist zwar ein kleines Technikwunder, aber die Physik setzt selbst den talentiertesten Tüftlern enge Grenzen: Schon der Bildschirm und die integrierte Funkverbindung verbrauchen Platz und Strom. Weitere Prozessoren beispielsweise für das Abspielen von Videos oder gar 3D-Grafiken müssen daher ausgelagert werden.

Blick auf das Mojo-Display, das so klein wie ein Sandkorn sein soll. Zukünftig Displays sollen mehr Farben unterstützen. | Bild: Mojo Vision

Blick auf das Mojo-Display, das so klein wie ein Sandkorn sein soll. Zukünftige Displays sollen mehr Farben unterstützen. | Bild: Mojo Vision

Langfristig könnte der Inhalt zwar aus der 5G-Cloud kommen, aber das ist noch Zukunftsmusik. Als medizinische Hilfe muss die Linse außerdem ohne Datenverbindung verlässlich funktionieren.

Mojo plant Computer-Kette

Mojo Vision begegnet dieser Herausforderung mit einem tragbaren Computer, der als Zuspieler fungiert. Soweit keine Neuigkeit: Bei aktuellen AR-Brillen wie Nreal Light (Test) übernimmt das Smartphone diese Rolle, eine Zeit lang waren Smartphone-VR-Brillen in Mode – das Konzept ist also bekannt.

Mojo Vision hat sich für den eigenen Beicomputer jedoch etwas Neues ausgedacht: Er soll ähnlich einer Kette an oder um den Hals getragen werden. In dem Zuspieler befinden sich ein Prozessor, eine Grafikeinheit, Batterien und Speicher sowie Funktechnologie für die Verbindung zur Linse.

Der Ketten-Computer streamt einerseits Inhalte in die Kontaktlinse, andererseits verarbeitet er die Sensordaten der Linse wie die Orientierung im Raum oder das Kamerabild und justiert entsprechend die Ausgabe, hebt zum Beispiel bestimmte Objekte im Sichtfeld visuell hervor.

Dieser Abgleich muss innerhalb weniger Millisekunden in Echtzeit passieren, damit der Kontaktlinsenträger die Informationen genau dann bekommt, wenn er sie braucht – und nicht etwa einen halben Schritt zu spät, wenn er schon mit der Küchenschranktür kollidiert oder über herumliegendes Spielzeug gestolpert ist.

Starten soll die Mojo Lens in den kommenden Jahren zuerst in den USA. Der Einsatz ist zunächst im medizinischen Kontext geplant, beispielsweise kann die AR-Kontaktlinse Kanten oder Kontrast verstärken und so Menschen mit Sehbehinderung unterstützen. Wo und wann Mojo Lens auf den Markt kommt, hängt auch von den Gesundheitsbehörden der jeweiligen Länder ab.

Einen ausführlichen Bericht zur Technik von Mojo Lens findet ihr im verlinkten Artikel und in unserem MIXED.de Podcast #232.

Quelle: Mojo Vision; Via: Forbes

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