Belästigung im Metaverse: Microsoft zieht die Reißleine

Belästigung im Metaverse: Microsoft zieht die Reißleine

Meta musste viel Kritik für die eigene Metaverse-Moderation einstecken. Microsoft will ähnliche Kontroversen vermeiden und zieht nun Konsequenzen.

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Microsofts VR- und AR-Chef Alex Kipman kündigte heute umfassende Änderungen an der eigenen Metaverse-Plattform AltspaceVR an, mit dem Ziel, die Sicherheit der Nutzer:innen zu erhöhen.

Folgende Änderungen gelten per sofort:

  • Die Social Hubs werden gänzlich abgeschaltet. Die Social Hubs sind die öffentlichen und weitgehend unmoderierten Tummelplätze der Metaverse-Plattform, in denen man ohne vorherige Verabredung andere Nutzer:innen treffen und kennenlernen kann.
  • Die Sicherheitsblase, die ein Eindringen anderer Avatare in die Intimzone verhindert, ist nun standardmäßig an.
  • Wer ein Event besucht, wird jetzt automatisch stummgeschaltet.

In den kommenden Wochen will Microsoft außerdem Folgendes umsetzen:

  • Die Alterseinstufung für Events soll verbessert und die Moderation im Allgemeinen gestärkt werden.
  • In Zukunft werden sich Nutzer:innen mit einem Microsoft-Konto einloggen müssen.
  • Das Unternehmen will altersrelevante Kontrollmechanismen integrieren, mit denen Eltern Kinder und Jugendlichen über 13 Jahren Zugang zu AltspaceVR gewähren und einschränken können.

Microsoft will Metaverse-Leitplanken etablieren

Im AltspaceVR-Blog begründet Kipman die tiefgreifenden Maßnahmen „Während sich Plattformen wie AltspaceVR entwickeln, ist es wichtig, dass wir uns das bestehende Angebot ansehen und prüfen, ob es den Bedürfnissen der Kunden heute und in Zukunft gerecht werden“, schreibt Kipman. „Dazu gehört auch, dass wir Menschen helfen, sich besser mit Menschen gleicher Interessen zu vernetzen, während wir gleichzeitig sicherstellen, dass die Räume, auf die sie zugreifen, frei von unangemessenem Verhalten und Belästigung sind.“

Auf Plattformen wie AltspaceVR sollten sich alle sicher fühlen, weshalb Microsoft die Verantwortung dafür trage, „Leitplanken zu etablieren“, meint Kipman. AltspaceVR bezeichnet er als einen „Baustein für die Zukunft des Metaverse“.

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Eine Gruppe befreundeter Avatare in Horizon Worlds.
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Microsoft reagiert präventiv

Die Sicherheitsmaßnahmen sind eine Reaktion auf Kritik und Skandale um Metas Metaverse-Plattform Horizon Worlds, die Ende 2021 in den USA und Kanada startete. Nutzer:innen berichteten darin von teils ungeahndeter physischer Belästigung und toxischem Verhalten.

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Auf Ersteres reagierte Meta mit der Einführung einer persönlichen Sicherheitszone. Wie Meta unangemessenes Verhalten unterbinden will, ist hingegen unklar, da 3D-Räume ganz neue Moderationsprobleme aufwerfen. Mit Banns und Überwachung dürfte das Problem nur teilweise in den Griff zu bekommen sein. Erfahrungsberichten zufolge scheint derzeit Meta eher auf Nichteinmischung zu setzen und zu hoffen, dass sich das Problem von allein löst, indem sich Nutzer:innen gegenseitig stummschalten oder blockieren.

Mit der Abschaltung öffentlicher Metaverse-Räume und der standardmäßigen Aktivierung der Sicherheitsblase will Microsoft diese Probleme zumindest abfedern.

Auch die Einführung von Kontrollmechanismen für den Kinder- und Jugendschutz ist negativer Presse geschuldet: Vor ein paar Wochen meldete der Guardian, dass die britische Datenschutzbehörde ICO Meta vorladen will. Der Grund: Die VR-Brille Meta Quest 2 solle unzureichenden Schutz bieten und Kindern gefährlichen Inhalten, insbesondere im Metaverse, aussetzen.

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Quellen: AltspaceVR-Blog