immerGallery im Test: VR Fotogalerie-App für Meta Quest 2

immerGallery im Test: VR Fotogalerie-App für Meta Quest 2

ImmerGallery ist ein deutscher Image Viewer für Meta Quest 1 und 2, mit dem ihr leichter VR- und 2D-Bilder in Virtual Reality anschauen könnte.

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Die VR-App unterstützt immersive Formate (mono- und stereoskopische 180- und 360-Grad) und 2D- und 3D-Fotografien. Mit letzteren sind Bilder im klassischen Rechteckformat gemeint, die mit einer stereoskopischen Kamera aufgenommen wurden.

ImmerGallery ist die erste VR-App des deutschen Start-up immerVR. Ich habe den Gründer und CEO Daniel Pohl gebeten, die wichtigsten Features aufzuzählen. Die führe ich nachfolgend auf:

  • Ob 2D, 3D oder VR: immerGallery bietet automatische Bildformaterkennung. Die Bilder werden auf Anhieb korrekt dargestellt, sodass die umständliche manuelle Einstellung des Formats für jedes einzelne Bild entfällt. Da das Bildformat automatisch erkannt wird, kann der Thumbnail als Bildvorschau dienen. In anderen Apps wird stattdessen häufig nur das erkannte Format angezeigt.
  • 360-Grad-Bilder kann man manuell drehen, sodass man immersive Fotos auch auf der Couch aus jedem Winkel genießen kann.
  • Nutzer:innen können mit einem Webtool immersive Stories erstellen, indem sie ihren Bildern Tonspuren und Spezialeffekte hinzufügen. Die beiden Tonspuren sind für eine musikalische Untermalung und einen Begleitkommentar gedacht. Die Spezialeffekte sind Regen und Schnee und sollen die Szene lebendiger wirken lassen. Weitere Spezialeffekte sollen folgen.
  • Hochaufgelöste 2D-Bilder werden so dargestellt, dass die Auflösung des Bilds mit der Auflösung des Displays übereinstimmt. Das sorgt für eine optimale Bildqualität und verhindert störendes Pixelflackern, was wiederum Augenschmerzen und Motion Sickness vorbeugt. Im Falle von Höhenangst kann man zusätzlich einen Boden einblenden.
  • Eine GPS-Karte zeigt, wo genau Fotos aufgenommen wurden. Die Koordinaten müssen allerdings noch manuell hinzugefügt werden.
  • Für die Steuerung genügt ein einzelner VR-Controller.
  • Immersive Bilder werden ein- und ausgeblendet. Bei stereoskopischen VR-Bildern wird dadurch ein abrupter Wechsel der dargestellten Bildtiefe verhindert, was andernfalls die Augen anstrengen und Motion Sickness hervorrufen kann.
  • Eine alphanumerische Verzeichnisstruktur sorgt dafür, dass man den Überblick behält und Bilder schnell findet.

Die wichtigsten Feature sind in folgendem Trailer zu sehen:

ImmerGallery in der Praxis

ImmerGallery spezialisiert sich auf die Darstellung von Bildern, Video-Wiedergabe wird nicht unterstützt. Das ergibt Sinn: VR-Videoplayer gibt es ohnehin zuhauf.

Ich sammle und archiviere seit mehr als 20 Jahren Fotos aus verschiedensten Quellen und Geräten, darunter auch VR-Kameras. Für meinen immerGallery-Kurztest wählte ich ein Dutzend unterschiedlicher Bildbeispiele aus. Das Ergebnis fiel gemischt aus: Manche Bilddateien konnte die VR-App nicht erkennen, bei anderen wiederum war ich erstaunt, dass sie immerGallery korrekt darstellen konnte.

Selbstgemachte VR-Fotos kommen außerdem häufig in proprietären Formaten, die ein spezielles Programm zum Betrachten oder einer Umwandlung bedürfen. Ein Beispiel sind Bilder der Insta360 Evo (Test). Hier kann auch immerGallery nicht weiterhelfen und ich muss auf die VR-App des Herstellers ausweichen.

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Was ich bei 2D-Bildern vermisse, ist die Möglichkeit, 2D-Bilder im Raum zu bewegen, zu vergrößern und zu verkleinern. Derzeit stellt die VR-App sie in einer festen Größe und Entfernung dar. Gerade bei 2D-Bildern im Hochformat ist das nicht optimal, da man weit nach oben schauen muss, um das gesamte Foto zu sehen und dieses somit perspektivisch verzerrt ist.

Das nächste Update soll dieses Problem beheben, indem es Nutzer:innen die Möglichkeit gibt, die Position der 2D- und 3D-Leinwand in den Menüs anzupassen.

Fotozugriff ist kompliziert

Ich erinnere mich noch, wie ich mit der Oculus Go und der Meta-App Oculus Gallery Bilder direkt von meinem Smartphone oder aus meiner Dropbox in VR aufrufen und im Großformat betrachten konnte. Dadurch bekamen Fotos, die ich sonst nur im Miniformat auf dem Smartphone anschaute, eine ganz andere Qualität und ich konnte neue Details entdecken. Oculus Gallery war eine tolle VR-App, die Meta klammheimlich und ohne Angabe triftiger Gründe aus dem Oculus Store entfernte.

Ist immerGallery ein würdiger Nachfolger? Nein, leider (noch) nicht. Um Bilder in der VR-App anzuschauen, muss man sie entweder per Kabel zuerst von einem Rechner auf die VR-Brille laden (zum Beispiel via Sidequest) oder mit dem Oculus Browser die eigene Dropbox ansteuern und die Fotos einzeln herunterladen (siehe folgenden Video-Guide). Eine direkte Verbindung zum Smartphone ist ebenfalls nicht möglich.

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Die gute Nachricht ist, dass das Start-up den Bildtransfer vereinfachen will. Mittel- bis langfristig sollt ihr leichter GPS-Karten hinzufügen und immersive Stories erstellen können (siehe Changelog). Für Stories braucht man derzeit noch ein Webtool.

Für die Zukunft wünsche ich mir außerdem eine Steuerung per Handtracking. Dann braucht es auch keinen VR-Controller mehr.

Wo bleibt das VR-Instagram?

Ich mag die Idee hinter immersiven Bildergeschichten, wie sie immerGallery bietet: In Reihe geschaltete VR-Bilder mit Tonspur könnten ein eigenes Erzählmedium werden. VR-Fotos haben eine Reihe von Vorteilen gegenüber VR-Videos: Die Bildqualität ist meistens besser und sie verursachen keine Motion Sickness.

Ich hoffe, dass mit der steigenden Verbreitung von VR-Brillen in den kommenden Jahren neue, günstige und leistungsstarke VR-Kameras auf den Markt kommen. Derzeit passiert leider sehr wenig in diesem Umfeld.

Ändert sich die Situation, dann wird Virtual Reality Apps und Plattformen brauchen, mit denen man die Flut neuer Inhalte anschauen und teilen kann, also eine VR-Instagram. Doch selbst ohne VR-Boom wünsche ich mir eine VR-App, mit der ich 2D-Fotos vom Smartphone oder aus der Cloud unkompliziert in der VR-Brille betrachten kann.

Von immerGallery gibt es zwei Versionen: Eine kostenlose Demo und eine Vollversion für 14,99 Euro. Nur mit letzterer könnt ihr eigene Bilder anschauen und immersive Stories erstellen. Beide Versionen bieten Dutzende Bilder in unterschiedlichsten Formaten zum Ausprobieren sowie Beispiele für immersive Stories.

Besonders sehenswert sind die Handvoll 3D-Fotografien sowie die 180-Grad-Fotos, die mit Canons neuem VR-Objektiv geschossen wurden. Die allein machen den Download der Demo lohnenswert.

ImmerGallery gibt es bislang nur im App Lab. Wie ihr die VR-App herunterladet und installiert, zeigt dieses Youtube-Video.

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