Lynx R-1: Neuer Marktstart, Palmer Luckey als Investor?

Lynx R-1: Neuer Marktstart, Palmer Luckey als Investor?

Die Mixed-Reality-Brille Lynx R-1 ist noch nicht erhältlich, schon plant das Start-up mit einem Nachfolger. Könnte eine Investition des Oculus-Gründers Palmer Luckey die Entwicklung beschleunigen?

Seit Ende März ist Lynx-CEO Stan Larroque im Silicon Valley unterwegs. Sein Ziel: Neue Investoren finden. Mit sich führt er mehrere Prototypen der Lynx R-1.

Das einzigartige  Gerät kann via Videodurchsicht sowohl VR als auch AR darstellen, ist erstaunlich kompakt und hat sämtliche Technik im Gehäuse integriert. Externe Sensoren oder Zuspieler werden nicht benötigt.

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Das fertige Produkt soll außerdem Handtracking per Ultraleap-Modul und Blickerfassung beherrschen. Die Eyetracking-Kameras sind in der Mitte der katadoptrischen Speziallinsen integriert und beim Durchblick nicht sichtbar.

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Lynx‘ Partner, Konkurrenten und Kunden und auf einen Blick. | Bild: Stan Larroque

Das Pariser Start-up konnte sich 2019 eine Investition über zwei Millionen US-Dollar sichern und beschäftigt derzeit 12 Ingenieure, darunter Fachkräfte, die an der VR-Brille StarVR arbeiteten. Jetzt sucht der CEO nach neuen Finanzmitteln.

Im Rahmen der Optik-Konferenz SPIE gab Larroque Ende März direkt aus dem Silicon Valley ein Update zum Entwicklungsstand der Lynx-R1 und wandte sich an potenzielle Investoren. Seine Präsentation ist in folgendem Youtube-Video zu sehen.

Videodurchsicht-AR: Einfacher, besser, günstiger

Larroque stellt in seinem Vortrag die Vorzüge von Videodurchsicht-AR gegenüber transparenten AR-Displays heraus,  die Wellenleiter (Hololens 2, Magic Leap 1) oder Birdbath-Optik (Nreal Light, ODG R9) nutzen.

Bei Videodurchsicht-AR wird die Umgebung mittels im Gehäuse integrierter Kameras gefilmt und auf ein Display gestreamt, das sich, so wie bei einer VR-Brille, direkt vor den Augen des Nutzers befindet. Dort kann das Videobild beliebig um digitale Elemente erweitert werden.

Zu den Vorteilen dieser Technik gehören das große Sichtfeld, die opake Darstellung von Schwarz und AR-Elementen sowie die Möglichkeit, das Gerät draußen und bei hellem Tageslicht zu verwenden (siehe Kommentar Vergesst AR-Brillen! VR-Brillen sind die Zukunft).

AR-Brillen, die auf Videodurchsicht setzen, seien leichter und vor allem günstiger in der Herstellung, sagt Larroque. Der Grund: Man könne auf Standardkomponenten der Smartphone-Lieferkette zurückgreifen. Wellenleiter-Displays seien teuer, während die Linsen der Lynx R-1 nur sechs bis sieben US-Dollar kosten.

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Die Technik der Lynx-Brille ist günstig. So günstig, dass das Start-up mit einer Marge von 50 Prozent pro verkauftem Gerät rechnet, wie folgende Powerpoint-Folie zeigt. | Bild: Stan Larroque

Zwei Entwicklungshürden

Larroque beschreibt zwei große technische Herausforderungen bei der Entwicklung der Lynx R-1: Zum einen sei es schwierig, das Videobild so anzupassen, dass ein nahtloser Übergang zur displayfreien peripheren Sicht entsteht (siehe folgendes Youtube-Video eines Blicks durch die Linsen der Lynx-Brille).

Zum anderen sei die Latenz ein Problem, also die Verzögerung zwischen einer Bewegung und Perspektivenverschiebung und deren Darstellung im Gerät. Die Latenz fällt umso mehr auf, als weite Teile der Periphere von bloßem Auge sichtbar sind und ist einer der grundlegenden Nachteile von Videodurchsicht-AR.

Die erste Version der Lynx-Brille sei in beiderlei Hinsicht noch nicht perfekt, sagt Larroque. Aber man sei stolz darauf, was man bereits erreicht habe.

Zu Besuch bei Palmer Luckey

Laut Larroque soll der erste Stapel an Geräten im dritten Quartal 2021 hergestellt und im ersten Quartal 2022 zum ersten Mal breite Anwendung in der Industrie finden. Der Marktstart verspätet sich demnach erneut. Ursprünglich war der Launch für Sommer 2020 geplant und seither immer wieder verschoben worden.

Ab Sommer 2022 will das Start-up am Nachfolger arbeiten, der im dritten Quartal 2023 auf den Markt kommen soll.

Während seiner Amerikareise machte Larroque im Haus des Oculus-Gründer Palmer Luckey Station. Im SPIE-Video sagt der CEO, dass Luckey ihm bei der Investorensuche helfen werde. „Ich denke, in den nächsten Tagen und Wochen werden sehr gute Dinge passieren“, sagt Larroque. Bei Reddit verspricht der Lynx-Chef ein baldiges Update.


Titelbild: Stan Larroque

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