Das französische Start-up Lynx arbeitet an einer kompakten Techbrille, die sowohl VR als auch AR beherrscht. Auf Youtube hat der CEO über jüngste Fortschritte informiert und ein neues Launchfenster bekanntgegeben.

Das Herzstück der Brille ist ein optisches Modul, in das sechs Kameras, zwei Displays und die Speziallinsen des Start-ups verbaut sind. Letztere ermöglichen die erstaunliche schmale Bauform (siehe Titelbild).

Jeweils zwei Kameras sind für das Raum- und Handtracking zuständig, während die beiden RGB-Kameras die Außenwelt filmen. Der Videofeed wird auf die Displays gestreamt, wo sie um AR-Elemente erweitert werden können. Die Latenz soll lediglich 12 bis 18 Millisekunden liegen.

Für die VR-Nutzung wird das Modul um ein Gesichtspolster erweitert, das die Augen von der Außenwelt abschirmt.

Lynx_Prototyp

So sieht die Lynx-Brille im AR-Modus aus. | Bild: Lynx

XR2 arbeitet “am Limit”

Die Displays des Herstellers JDI lösen mit 1.600 mal 1.600 Bildpunkten und bieten eine Bildwiederholrate 90 Hertz. Die Bildschirme befeuert ein Qualcomms Snapdragon XR2. Das ist der gleiche Chip, der in Oculus Quest 2 (alle Infos) werkelt. Der soll in der Lynx-Brille unter Volllast laufen.

Die mit einer Kapazität von 8.600 mAH ausgestattete Batterie ist im hinteren Teil der Kopfhalterung verbaut und nimmt dort recht viel Platz ein, hält dafür aber vier Stunden “intensiven Gebrauch” durch.

Der primäre Eingabemodus ist Handtracking. Die Hardware stammt von Lynx, während der Handtracking-Spezialist Ultraleap die Software liefert. Optional könne man räumlich erfasste Controller erwerben, der Hersteller Finch dürfte laut Lynx-CEO Stan Larroque kompatibles Zubehör.

Auf Youtube enthüllte das Start-up Lynx ein Mixed-Reality-Gerät mit kompaktem Formfaktor.

Die Lynx-Brille mit VR-Gesichtspolster, das die Außenwelt abschirmt. | Bild: Lynx

Launch noch dieses Jahr

Um die RGB-Kameras herum sind Magnete für optische Add-Ons verbaut. Lynx will eine CAD-Datei veröffentlichen, sodass Ingenieure entsprechende Aufsätze gestalten und ausdrucken können.

Das Start-up arbeite derzeit an einem Launcher für VR und AR. Den Code dieser Startumgebung sowie von Beispiel-Apps soll ebenfalls im Internet veröffentlicht werden. Als Betriebssystem dient Android 10. OpenXR-Unterstützung sei für später geplant. Die Nutzung der Techbrille sei weder an Facebook noch ein anderes Konto gebunden, versprach der CEO.

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Die Speziallinsen führen dazu, dass die Pixeldichte innerhalb der grün markierten Balken besonders hoch ist. | Bild: Lynx

Larroque ging während der Präsentation auf pandemiebedingte Verzögerungen ein. Die ersten Entwicklerkits hätten dem Juli-Update zufolge im September ausgeliefert werden sollen. Nun sollen die ersten 25 Exemplare Anfang Oktober an “strategische Kunden und Partner” verschickt werden. Reguläre Käufer sollen ab Dezember 2020 beliefert werden.

Als Preis setzte das Start-up 1.500 US-Dollar ein. Laut Larroque könne der Preis noch fallen: Das Start-up verhandle derzeit mit den taiwanesischen Lieferanten und bemühe sich um eine Verringerung der Herstellungskosten.

Die Lynx-Präsentation könnt ihr euch bei Youtube anschauen.

Quelle und Titelbild: Lynx

Weiterlesen über Mixed-Reality-Brillen:

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