Walmart-Angestellte können in der Virtual Reality ihre Managerqualitäten beweisen.

Seit gut zwei Jahren experimentiert der mit rund 1,5 Millionen Angestellten weltweit größte Arbeitgeber Walmart mit Virtual Reality fürs Mitarbeitertraining. Jetzt startet die US-Einzelhandelskette ein neues VR-Auswahlverfahren.

Bei der Suche nach Führungskräften im mittleren Management sollen Entscheidungen in einer VR-Simulation Hinweise geben auf die Tauglichkeit der Bewerberin oder des Bewerbers. Beispielsweise muss der Prüfling mit verärgerten Kunden, unordentlichen Einkaufsregalen oder faulen Angestellten umgehen.

“Wir wollen verstehen, ob eine Person Führungsqualitäten hat und wie sie bestimmte Situationen betrachtet”, sagt Drew Holler, Innovationsexperte bei Walmart.

Die Technologie soll außerdem helfen, Vorurteile im Bewerbungsprozess einzuschränken, die Diversität der Belegschaft zu verbessern und Abgänge von Angestellten zu reduzieren.

Schon 10.000 Manager-Tests durchlaufen

Walmart setzt seit Herbst letzten Jahres VR-Training im großen Stil ein: Der Konzern bestellte mehr als 17.000 Go-Brillen bei Oculus für 360-Grad-Videoschulungen. Laut des Wall Street Journal haben Angestellte in jedem der über 4.600 Geschäfte in den USA Zugriff auf eine VR-Trainingsbrille.

Mehr als 10.000 Angestellte sollen das VR-Training schon durchlaufen haben im Zuge einer Umstrukturierung, bei der Manager-Jobs in den Läden reduziert werden sollen. Um eine Führungsposition zu ergattern oder zu behalten, durchlaufen Angestellte die VR-Tests und werden zusätzlich traditionell von anderen Angestellten und von Managern bewertet. Das VR-Training ist nicht verpflichtend.

In Zukunft mit mehr Körpersprache

Entwickelt wird das VR-Schulungsmaterial von Walmart gemeinsam mit dem US-Startup StriVR Labs. Die Bewertung berücksichtigt, wie Entscheidungen mit bestimmten Charaktermerkmalen und so mit Leistung korrelieren können. Entwickelt wurde der Bewertungsalgorithmus entlang von Auswertungen traditioneller Trainings.

Zukünftig soll bei der VR-Evaluation neben der reinen Entscheidung auch die Körpersprache eine Rolle spielen. Erfasst werden kann sie mit VR-Systemen, mit denen man sich im Raum bewegen kann und virtuelle Hände hat. Dadurch soll das VR-Training ein vollständigeres Bild der Leistungsfähigkeit einer Person bieten inklusive Soft skills.

Quelle: Wall Street Journal; Titelbild: Oculus / Walmart (Screenshot bei YouTube)

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