In einer nicht allzu fernen Zukunft könnten Menschen in zwei weit auseinander liegenden Körpern und Räumen arbeiten. Vorhang auf für Teleroboter.

Fortschritte in der Robotertechnik und Virtual Reality sollen es möglich machen: Menschen setzen sich eine VR-Brille auf, teleportieren sich damit in den Körper einer Maschine und steuern diese, als wäre es der eigene Leib. So könnte man auf der anderen Seite des Planeten arbeiten, ohne die eigenen vier Wände zu verlassen.

Die Idee ist nicht neu: Eine japanische Supermarktkette will schon bald die ersten ferngesteuerten Katzenroboter Regale einräumen lassen, die britische Armee plant mit Telerobotern, die an der Seite von Soldaten aus Fleisch und Blut  kämpfen und selbst der Mars soll mit Hilfe ferngesteuerter Maschinenmenschen kolonisiert werden.

Ein kybernetischer Bartender

“Unsere Vision ist, menschliche Fähigkeiten über physische Präsenz hinaus zu erweitern”, sagt Chang Liu, Gründer und CEO des britischen Start-ups Extend Robotics.

Sein Unternehmen hat sich auf Teleroboter spezialisiert und kürzlich werbewirksam das erste Produkt vorgeführt: einen kybernetischen Bartender namens R.O.B. (“robotically optimised bartender”).

Den erste Testversuch in der mit Robo-Requisiten dekorierten Bar Robotazia im britischen Milton Keynes ist geglückt: Ein Operator steuerte mit VR-Brille und VR-Controllern einen Roboterarm, der seinen Bewegungen in Echtzeit präzise nachahmt. Wohlgemerkt, ohne Bier zu verschütten.

Telearbeit als neue Norm

Extend Robotics hat mit dem Roboterarm Ernsteres im Sinn: Die ferngesteuerten Roboter sollen eines Tages in Dienstleistungsjobs, in der Gesundheitsversorgung und im Energiesektor eingesetzt werden. Liu, der zuvor am Imperial College London Robotik lehrte, glaubt, dass Telearbeit nach der Corona-Krise in vielen Industrien die neue Norm werden wird.

Schon in den nächsten drei Jahren will Liu cloudbasierte Roboterarme in Massen herstellen. Er verspricht, dass das Produkt erschwinglich sein wird, nennt jedoch keine Preise. Wir hoffen jedenfalls, dass sie erschwinglicher werden als der Robohund Spot.

Quelle und Titelbild: Extend Robotics

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