Nach fast drei Jahrzehnten Forschung und Entwicklung geht Boston Dynamics erster Roboter in den offenen Verkauf – mit einer wichtigen Einschränkung.

Bislang konnten Unternehmen Spot nur ausleihen: Im September 2019 startete Boston Dynamics ein Programm für Frühaneigner, um Anwendungsszenarien für die “Mobilitätsplattform” Spot auszuloten.

Mit teils verrücktem Ergebnissen: So hütete der Robohund Schafe in Neuseeland, trug Ärzte virtuell zu Covid-19-Patienten, zog Rikschas und trat in Adam Savages Youtube-Show Tested auf.

Es gab jedoch auch Einsätze, die für negative Schlagzeilen sorgten. So testete die Polizei von Massachusetts in fiktiven Szenarien, ob Spot bei Geiselnahmen und terroristischen Angriffen helfen könnte. Als Bürgerrechtler Wind davon bekamen, forderten sie mehr Transparenz von der Polizei und staatsweite Richtlinien zur Nutzung der Roboter, um “zivile Freiheiten und Rechte im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz” zu schützen.

Nur für “wohltätige” Einsätze zugelassen

Dieser Fall sowie Killerroboter-Meme zeigen, dass es große Bedenken bezüglich der Sicherheit und möglichen Missbräuchen der Technologie gibt, die in der Form neu und einmalig ist. Aus diesem Grund kontrolliert Boston Dynamics streng, an wen die Roboter verkauft werden.

Im Rahmen des Frühaneignerprogramms wurden die Partner ganz bewusst ausgewählt und die Nutzungsrichtlinien verbieten jeglichen Einsatz der Roboter, der darauf abzielt, Menschen zu verletzen oder einzuschüchtern.

Rund 150 Roboter kamen durch das Programm in Umlauf. Bis ins erste Quartal 2021 sollen rund 1.000 Spots hergestellt werden.

Davon werden maximal zwei pro Geschäftskunde verkauft, sagt Boston Dynamics-Manager Michael Perry gegenüber The Verge. “Wenn du mehr als zwei Roboter kaufen möchtest, will unser Team mit dir reden. Weil wir verstehen wollen, was du mit dem Roboter vorhast.”

Nur bedingt als Wachhund geeignet

Boston Dynamics will trotz aller Vorsicht nicht ausschließen, Spot an Sicherheitsfirmen oder Strafverfolger zu verkaufen. Perry erwartet jedoch nicht, dass dieses Anwendungsszenario häufig vorkommen wird. Der Grund: Spot ist mit 75.000 US-Dollar nicht gerade ein Schnäppchen und kann mühelos außer Gefecht gesetzt werden.

Wer Spot erwerben möchte, muss auf der offiziellen Internetseite mit Boston Dynamics Kontakt aufnehmen. Derzeit können nur US-Unternehmen Spot kaufen.

Der Robohund läuft auf Basis des Updates Spot 2.0, das die autonome Navigation in Gebäuden und Spots Gehfähigkeit stark verbessert. Der Roboter lässt sich mit diversen Modulen erweitern und soll im Laufe des Jahres einen Arm spendiert bekommen, mit dem er reale Objekte manipulieren kann. Spot-Fans dürfen sich daher schon jetzt auf neue, virale Videos von ausgefallenen Spot-Anwendungen freuen.

Quelle und Titelbild: Boston Dynamics

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