Future Warfare mit Hololens 2.

Im November wurde bekannt, dass Microsoft die US-Armee zukünftig mit Augmented-Reality-Technologie ausrüsten soll. Bis zu 100.000 Brillen will Microsoft in den nächsten Jahren liefern, dafür lässt das Militär rund 480 Millionen US-Dollar springen.

Die Webseite CNBC durfte die Militärversion der Hololens-Brille exklusiv anschauen: Die heißt nicht mehr Hololens, sondern “Integrated Visual Augmentation System” (IVAS).

Wie in einem Videospiel projiziert die AR-Brille Soldaten auf dem Schlachtfeld relevante Gefechtsinformationen direkt ins Sichtfeld: Auf einer Karte sehen sie, wo die Kameraden sind und in welche Richtung das Missionsziel liegt. Ein digitales Fadenkreuz soll die Zielgenauigkeit verbessern. Außerdem ist die AR-Brille mit digital verstärkter Wärme- und Nachtsicht ausgestattet, die Soldaten beispielsweise durch Nebel oder in Büsche schauen lässt.

Derzeit testet das Militär die Brille beim Training einer Gefechtssituation. Nach dem Training bekommen Soldaten eine detaillierte AR-Auswertung ihrer Leistung angezeigt, inklusive Blickprotokoll und der Herzfrequenz. Zum Preis der Militärbrille ist nichts bekannt, die normale Version liegt bei 3.500 US-Dollar.

Nach dem Training versammeln sich die Soldaten um einen schwarzen Tisch, der als Projektionsfläche für die Auswertung des Trainings dient. Bild: US Army

Einige Microsoft-Angestellte wollen nicht fürs Militär arbeiten

Der Tester von CNBC jedenfalls fühlte sich erinnert an einen Ego-Shooter, wie man ihn von PC und Konsole kennt: “Die ganze Sache kam mir bekannt vor, da ich viele Ego-Shooter-Videospiele gespielt habe, die mir genau zeigen, wo ich auf einer Karte bin, wo meine Teamkollegen sind und wo der Feind ist. Es war fast wie eine reale Version von ‘Call of Duty’.”

Diese Einschätzung des CNBC-Journalisten ist Wasser auf die Mühlen jener Microsoft-Angestellten, die ihre Arbeitskraft lieber nicht für militärische Zwecke zur Verfügung stellen. Ende Februar richteten sich mehr als 50 von ihnen in einem offenen Brief an Microsofts Geschäftsführung.

Die AR-Brille helfe Soldaten, Gegner zu identifizieren und zu töten wie in einem Videospiel, heißt es in dem Brief. Sie distanziere Soldaten außerdem “von den grimmigen Folgen des Krieges und der Realität des Blutvergießens.” Die Absender des Briefes hätten nicht eingewilligt, dass die von ihnen mitentwickelte Technologie für “Kriegsführung und Unterdrückung” eingesetzt wird.

Sie forderten die Unternehmensführung auf, die Kooperation zu beenden. Die widersprach prompt und verwies auf eine Stellungnahme von Microsoft-Präsident Brad Smith, die dieser im Kontext Künstlicher Intelligenz fürs Militär formulierte: “Wir wollen, dass US-Bürger und speziell die Soldaten wissen, dass sie auf Microsoft zählen können. Wir geben ihnen unsere beste Technologie.” Microsoft-Angestellte, die damit nicht einverstanden seien, könnten intern um eine Versetzung zu einem anderen Projekt bitten.

Das folgende Video zeigt eine Vision der US-Armee, wie sehr fortschrittliche Augmented Reality eines Tages Soldaten unterstützen soll.

Quelle: CNBC, Titelbild: US Army

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