Letztes Update: 15. März – Podcast hinzugefügt

Auf dem Mobile World Congress 2019 zeigt Hololens-Projektleiter Alex Kipman erstmals Hololens 2. Die neue Version der AR-Brille ist rundum verbessert. Der ganz große Wurf gelang Microsoft nicht: Das Sichtfeld ist zwar weiter als beim Vorgänger, aber noch immer schmal. Hololens 2 zieht immerhin mit Magic Leap One gleich.

Die Brille ist schlanker als das Vorgängermodell, aber der Unterschied ist gering. Das Gerät erinnert noch immer eher an einen Helm als an eine Brille. Das futuristische Design des Vorgängers wurde durch eine zurückhaltendere Gestaltung ersetzt.

Auffällig ist das überarbeitete Kopfband, das sich an den Windows-VR-Brillen orientiert und laut Kipman für eine lange Tragezeit optimiert wurde. “Verdreifacht” wurde der Tragekomfort laut Kipman, wie das gemessen wurde, sagt er nicht. Der Computer ist jetzt hinten verbaut, die Brille soll dadurch besser ausbalanciert sein. Das Gewicht liegt bei 566 Gramm, das sind 13 Gramm weniger als beim Vorgänger. Praktisch: Wie bei den Windows-VR-Brillen lässt sich das Visier nach oben klappen.

So wie die Vorgängerbrille richtet sich Hololens 2 ausschließlich an Geschäftskunden. Microsoft zeigt im Trailer unter anderem Mediziner, die die AR-Brille für eine simulierte Operation nutzen und einen Ingenieur, der sie beim Bau eines Motorrads einsetzt. Videos zu weiteren möglichen Anwendungsszenarien gibt es hier.

Auf der Bühne demonstrierte Microsoft unter anderem ein Mixed-Reality-Telefonat mittels Avataren. Bild: Microsoft

Auf der Bühne demonstrierte Microsoft unter anderem ein Mixed-Reality-Telefonat mittels Avataren. Bild: Microsoft

Partner dürfen das Design der AR-Brille an ihre Bedürfnisse anpassen, zum Beispiel für mehr Sicherheit auf der Baustelle.

Hololens 2 in der Baustellenversion. Bild: Microsoft

Hololens 2 in der Baustellenversion. Bild: Microsoft

Sichtfeld liegt diagonal bei 52 Grad

Das herausstechende Merkmal der neuen Microsoft-Brille ist das weitere Sichtfeld, das laut Wired bei 52 Grad diagonal liegt. Microsoft setzt sich somit etwas vor Magic Leap Ones Sichtfeld, das circa 50 Grad diagonal schafft. Hololens 1 bot circa 34 Grad in der Diagonalen.

Genaue Angaben für das horizontale und vertikale Sichtfeld nennt Microsoft nicht. Laut Kipman hat sich das wahrgenommene Sichtfeld in der Fläche “mehr als verdoppelt”, das Seitenverhältnis liegt bei 3:2. Ein Vergleich bei Twitter zeigt die unterschiedlichen Sichtfeldweiten der verschiedenen Brillen:

 

Die AR-Branche dürfte auf einen deutlicheren Sprung gehofft haben. Einen visuellen Vergleich hatte Microsoft nicht parat, dabei wäre das leicht möglich gewesen.

Die Auflösung des Wellenleiter-Displays liegt trotz des weiteren Sichtfelds bei 47 Pixel pro Grad wie bei Hololens 1. Sie soll vergleicFi bis zu 120 Bildern pro Sekunde.

MIXED.de Podcast zur Hololens-2-Ankündigung:

Eye-Tracking und Handerfassung

Ebenfalls neu sind ein integriertes Eye-Tracking-System sowie Hand- und Fingertracking. Ein haptischer Controller ist derzeit nicht vorgesehen. Das integrierte Eye-Tracking-System misst unter anderem den Augenabstand des Brillenträgers ein und optimiert die Darstellungen anhand diesem.

Die Brille verbindet sich über WLAN und Bluetooth mit anderen Geräten, mobile Netze werden nicht unterstützt. Dafür soll die Brille Objekte jetzt in 3D scannen und – das ist neu – identifizieren können. Alle Spezifikationen stehen hier.

Hololens 2 kann ab sofort für 3.500 US-Dollar – nur das Gerät – oder für 120 US-Dollar pro Monat mit Remote-Assist-Software vorbestellt oder gemietet werden. Die Auslieferung soll im Laufe des Jahres erfolgen – laut Mozilla wird es Sommer.

Hololens 2 wird in folgenden Ländern angeboten: USA, Japan, China, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Irland, Frankreich, Australien und Neuseeland.

Unter anderem hatten die US-Techseiten The Verge und Cnet Gelegenheit für einen Vorabtest. Weitere Testberichte der internationalen Presse haben wir hier gesammelt.

Hololens 2 Spezifikationen:

  • Offizielles Fact-Sheet von Microsoft (PDF)
  • Optik: Durchsichtige Linsen mit integrierten Wellenleiter-Displays
  • Auflösung: 2K 3:2 “light engines”
  • Helligkeit: 500 Nits (Prototyp-Demo)
  • Bilddichte: mehr als 2,5K radiants (Lichtpunkte pro Bogenmaß)
  • Komfort: 566 Gramm (HL1: 579 Gramm), Hochklapp-Visier, Computer am Hinterkopf, neue Kopfhalterung, individuelles Design für Partner, bspw. für Baustellen
  • Akkulaufzeit: circa zwei bis drei Stunden
  • Eye-Tracking-Rendering: Optimierung der Darstellungen entlang des Blickpunkts
  • Hand-Tracking: Beide Hände werden vollständig erkannt, direkte Interaktion mit AR-Einblendungen
  • Sprachsteuerung
  • Eye-Tracking in Echtzeit (funktioniert auch bei Brillenträgern), u.a. für automatische Augenabstandsmessung
  • 6DoF-Tracking in Echtzeit
  • Spatial Mapping in Echtzeit mit Objekterkennung
  • SoC: Qualcomm Snapdragon 850
  • HPU: Zweite Generation des “Holographischen Prozessors”
  • WiFi: 802.11ac 2×2
  • Bluetooth: 5.0
  • USB: USB Type-C
  • Kamera: Acht-Megapixel-Fotos, 1080p30 Videos
  • Mixed-Reality-Aufnahmen für Fotos und Videos möglich

VRODO heißt jetzt MIXED: Alle Infos
MIXED-Podcast #133: Hololens 2 | Alle Folgen