Microsoft will AR-Technologie fürs US-Militär entwickeln. Gegen diese Entscheidung protestierten letzte Woche mehr als 50 Angestellte. Nun bezieht der Microsoft-CEO Satya Nadella Stellung.

Der Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium sieht vor, dass Microsoft in den nächsten Jahren bis zu 100.000 AR-Brillen ans US-Militär liefert. Dem Pentagon ist das 480 Millionen US-Dollar wert.

Für Microsoft dürfte der Deal das bislang größte Geschäft mit Mixed Reality sein. Zum Vergleich: Von der ersten Hololens wurden bis im Frühjahr 2018 circa 50.000 Einheiten an Unternehmen und Entwickler verkauft.

Letzten Freitag wandten sich mehr als 50 Angestellte an die Unternehmensführung: AR-Technologie könne beim Töten helfen und mache Soldaten blind für die Konsequenzen des Kriegs, hieß es in einem Protestbrief. “Wir haben nicht eingewilligt, Waffen zu entwickeln und wollen mitbestimmen, wie unsere Arbeit genutzt wird”, schrieben die Mitarbeiter.

Google geht auf die Belegschaft ein, Microsoft nicht

Einen Tag nach der Vorstellung von Hololens 2 macht Microsoft-CEO Satya Nadella unmissverständlich klar, dass sein Unternehmen weiter mit dem US-Militär kooperieren wird:

Die Unternehmensführung befände sich in einem Dialog mit den Angestellten, habe jedoch eine “prinzipielle Entscheidung” getroffen, sagte Nadella in einem Interview mit CNN (ab 2:32):

Microsoft wolle seine Technologie nicht jenen demokratisch gewählten Institutionen vorenthalten, die die Freiheit verteidigten, so Nadella wörtlich. Man habe diese Entscheidung klar kommuniziert, aber werde weiterhin in einem Dialog mit den Angestellten stehen.

Nadella ergänzte, dass Microsoft sich im Klaren darüber sei, welche Verantwortung man als großes Techunternehmen habe. Das betreffe Datenschutz und Cybersicherheit, aber auch KI und Ethik.

Apropos KI: Auch hier hält Microsoft weiterhin an der Zusammenarbeit mit dem Militär fest. Google verzichtete auf Druck der Angestellten auf die Fortführung eines KI-Pentagonprojekts, Microsoft wirbt hingegen noch immer um den milliardenschweren Auftrag.

Titelbild: Copyright by World Economic Forum / Valeriano Di Domenico. Lizenziert nach CC BY-NC-SA 2.0 bei Flickr.

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