VR-Arcades sind von allen VR-Geschäftsfeldern am stärksten von den Folgen der Corona-Krise betroffen. Nun meldete der VR-Spielhallenspezialist Sandbox VR Gläubigerschutz an.

Das 2016 gegründete Start-up war mit mehr als 80 Millionen US-Dollar Risikokapitel ausgestattet und betrieb zehn VR-Arcades in Nordamerika und Asien. In diesem Jahr hätten zwanzig weitere Standorte eröffnen sollen und laut eines Berichts des Wall Street Journal befand sich das Unternehmen in Gesprächen über eine weitere Investitionsrunde von 50 Millionen US-Dollar. Die Pandemie vereitelte diese Pläne und Sandbox VR musste seine VR-Arcades schließen.

“Uns ist buchstäblich hundert Prozent des Umsatzes weggebrochen”, sagt CEO Steve Zhao gegenüber Protocol. Ende April kündigte Sandbox VR 80 Prozent seiner Angestellten. Übrig sind noch zwanzig Fachkräfte, die gemeinsam mit Investoren an einem Plan für die Wiedereröffnung arbeiten. Ganz vorbei ist es also nicht mit Sandbox VR.

“Wir müssen unsere Strategie überdenken”, sagt Zhao. Der neue Schwerpunkt liege jetzt auf Sicherheit und dem asiatischen Markt, wo die Pandemie weniger stark wütet als in den USA.

The Void in Deutschland: Bauarbeiten liegen auf Eis

Ebenfalls hart getroffen wurde der Konkurrent The Void. Das Unternehmen schloss seine weltweiten Anlagen Mitte März und beurlaubte sein Dienstpersonal.

Auch hier arbeiten die Führungskräfte an Wiedereröffnungsplänen. Die sollen den nächsten Wochen bekannt gemacht werden. “Wir haben eine Menge Arbeit vor uns”, sagt Marketingchef Jamie Apostolou im Protocol-Gespräch. Die VR-Brillen und Räume sollen künftig noch besser gereinigt und die Anzahl zugelassener Gäste reduziert werden.

Im Juli wurde bekannt, dass Lizenzgeber und Investor Disney The Void kündigte. Der Grund dürften ausgebliebene Lizenzzahlungen sein. The Void äußerte sich nicht zu den Gerüchten und verkündete stattdessen, dass die VR-Spielhallen bald wieder öffnen.

Die Bauarbeiten an der Void-Arcade im deutschen Oberhausen liegen derweil weiter auf Eis. Ob und wie es weitergeht, sei noch nicht entschieden, sagt ein Sprecher des Centro gegenüber MIXED.

Arcades: Ein einst vielversprechender VR-Markt leidet

Ende Juli korrigierten XR-Marktforscher von Superdata ihre Arcade-Umsatzprognosen stark nach unten. Da wegen der Corona-Krise zahlreiche VR-Spielhallen geschlossen wurden oder weniger stark besucht werden, werde der Umsatz in 2020 nur noch einem Viertel des Vorjahres entsprechen (150 statt 600 Mio. US-Dollar). Der pandemiebedingte Einbruch sei mittel- bis langfristig: Selbst 2023 soll der jährliche Umsatz noch um 30 Prozent kleiner ausfallen als 2019.

Wie deutsche VR-Spielhallenbetreiber mit der Corona-Krise umgehen, darüber sprachen wir in zwei Folgen des MIXED.de Podcasts. In der Folge #188 unterhielten wir uns mit Sebastian Kreutz, dem Mitgründer und Geschäftsführer des Holocafé und in Folge #208 luden wir Max Mühlbach, den Mitgründer von Exit VR, zu einem Gespräch.

Quelle: The Wall Street Journal, Protocol, Titelbild: Sandbox VR

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