Der XR-Handschuh von HaptX soll einen neuen 3D-Interaktionsstandard mit Feingefühl für VR, AR und Roboter schaffen. Eine Millionenförderung wird dabei helfen.

Schon seit gut vier Jahren forscht und entwickelt HaptX (früher: AxonVR) an Exoskelettsystemen für neue Formen der Mensch-Maschine-Interaktion. Das Flaggschiffprojekt ist ein aufwendiger Haptik-Handschuh für XR- und Roboter-Interaktion: Eine Flüssigkeit wird blitzschnell in circa 130 kreisrunde Kammern an den Fingerspitzen- und gelenken sowie den Handflächen gepresst und wieder ausgelassen.

Eine Software ermittelt, welche Kammern zu welchem Zeitpunkt mit wie viel Flüssigkeit gefüllt sein müssen, um das passende Anfassgefühl zu einem Objekt zu vermitteln. Der Hersteller nennt diese Kammern auch “Haptik-Pixel”: Sie simulieren Berührung und Widerstand. Plötzlich werden so die Konturen digitaler Objekte spürbar und man kann nicht mehr einfach durch sie hindurchgreifen.

Unter anderem experimentieren Designer des Autobauers Nissan mit dem Handschuh bei der Entwicklung neuer Automodelle in VR. Mit ergänzender Trackingtechnologie können sogar Roboterhände mit Feingefühl ferngesteuert werden. Laut HaptX-Gründer Jake Rubin experimentierten in diesem Jahr dutzende Unternehmen mit dem aktuellen Prototyp.

HaptX arbeitet an der nächsten Generation Haptik-Handschuh

Einen Nachteil haben die Handschuhe jedoch: Sie sind so klobig und schwer, dass man allein zwei Personen braucht, um sie überhaupt anzuziehen.

Besser werden könnte das mit der zweiten Generation HaptX-Handschuh. Die Entwicklung wird jetzt von Investoren mit zwölf Millionen US-Dollar unterstützt. Seit der Gründung sammelte HaptX rund 16 Millionen US-Dollar ein.

Zusätzlich kooperiert HaptX mit dem auf Industrie-Interfaces spezialisierten US-Unternehmen “Advanced Input Systems”. Die Partnerschaft soll helfen, den nächsten Handschuh häufiger an Unternehmen zu verkaufen.

“HaptX und Advanced Input Systems überwinden die Technologielücke bei der nahtlosen Verbindung der physischen mit der virtuellen Welt”, sagt Eric Ballew, Präsident von Advanced Input Systems. “Die Lösung von HaptX bietet realistisches Touch-Feedback in einem tragbaren haptischen Gerät, das diese Lücke schließt und so die Einführung von VR-Produkten in Unternehmen beschleunigt.”

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