Googles VR-Studio Spotlight Stories macht dicht. Das ist ein herber Verlust für die VR-Filmszene.

In einer E-Mail hat sich Spotlight-Produzentin Karen Dufilho von Unterstützern ihres Studios verabschiedet, berichtet Variety. Angestellte des Spotlight Stories Studios sollen sich innerhalb des Konzerns eine neue Stelle suchen können. Ein Großteil der Künstler arbeitete laut Variety-Quelle ohnehin auf freiberuflicher Basis. Eine offizielle Bestätigung von Google steht aus.

Das Spotlight Stories Studio startete im Oktober 2013: Ziel war die Entwicklung neuer Erzählformate für mobile Endgeräte.

Mit dem Aufkommen des VR-Hypes und Googles eigenen VR-Initiativen Cardboard und Daydream verschob das Studio mehr und mehr den Fokus auf gute VR-Geschichten.

Und die gelangen: Mit dem animierten Coming-of-Age-Kurzfilm “Pearl” wurde das Studio sogar für einen Oscar nominiert (in der 2D-Version) und konnte einen Emmy gewinnen für innovative, interaktive Programmierung. Weitere Film-Highlights sind der berührende Seemannsfilm “Age of Sail” und die unterhaltsame Wrestler-Story “Son of Jaguar”.

Was bedeutet Googles Rückzug aus VR-Filmen?

Die Spotlight Stories brachten ihre VR-Filme grundsätzlich kostenlos unter die Brillenträger. Sie sollten die Nachfrage nach Googles VR-Brille Daydream steigern – was aber nicht gelang: Seit 2017 behandelt Google die VR-Plattform bestenfalls stiefmütterlich, die Strategie ist völlig unklar.

Dass Google die Spotlight Stories nun schließt, muss kein Indiz sein für einen anstehenden VR-Rückzug. Wahrscheinlich ist es eher der Entschluss, weniger oder keine eigenen Nischeninhalte mehr zu produzieren und dafür stärker in die Plattform als solche zu investieren. Zumindest ist neue Hardware in der Mache.

Ähnlich agierte Facebook, als es im Mai 2017 ebenfalls das eigene VR-Filmstudio schloss.

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