Einige Disneyland-Attraktionen gibt’s jetzt in VR

Einige Disneyland-Attraktionen gibt’s jetzt in VR

Der reale Besuch im Disneyland macht in diesen Tagen weniger Spaß oder ist gar nicht möglich. Ein Hobby-Entwickler programmierte eine VR-Alternative.

VR-Entwickler Joe Jet hatte ein Problem – seine kalifornische Familie vermisst den Disneyland-Besuch – und laut eigenen Angaben zu viel Zeit. In der Folge startete er ein ambitioniertes Projekt: Er baute originale Attraktionen aus dem Disneyland Resort in VR nach.

Als Vorlage für die derzeit drei Fahrgeschäfte Alice in Wonderland, Peter Pan’s Flight und Snow White’s Scary Adventure nutzte Jet YouTube-Videos. Anhand dieser Videos rekreierte Jet die Bahnen in Schlüsselbereichen teils fotorealistisch mittels Photogrammetrie.

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Magenfreundliche Adaption

Die Grafikqualität will Jet zukünftig noch verbessern. Da er allerdings die Bilddaten nur aus Online-Videos beziehen kann, existiert eine natürliche Grenze. Gerade bei dunkleren Fahrgeschäften reicht die Qualität der Videoaufnahmen nicht für die VR-Portierung. Eine Erweiterung der VR-Erfahrung um beispielsweise den Eingangsbereich der Attraktion oder Teile des Außenbereichs zieht er in Betracht.

Bei der Akkuratheit des Fahrtverlaufs nimmt es Jet bewusst nicht so genau: Er sucht online nach einer Blaupause, zeichnet diese nach und entfernt dann unnötige Kurven und Steigungen, um VR-Übelkeit möglichst zu reduzieren.

Seine Familie konnte Jet dennoch nur zum Teil glücklich machen: Während seine Tochter vergnügt durch die VR-Bahn fuhr, überstand seine Frau wegen VR-Übelkeit kaum die erste Runde.

Weshalb macht Disney kein VR?

Motion Sickness dürfte auch ein Grund sein, weshalb Disney die Fahrgeschäfte nicht selbst in einer virtuellen Form anbietet. Und natürlich fehlt in VR die Physik und Haptik, die die reale Ausfahrt so richtig unterhaltsam macht. Außerdem will der Konzern, dass die Leute weiter in die Parks strömen. Der frühere Disney-Chef Bob Iger bewertete VR äußerst kritisch.

Jet vermutet ein verpasstes Geschäftsmodell: „Ich verstehe nicht, warum Disney mit all diesen Ressourcen und dem direkten Zugang zu den Fahrten die Attraktionen nicht in VR dupliziert. Das wäre eine Konservierung und ein bezahltes Angebot für die, die sich den Parkbesuch nicht leisten können.“

Der Entwickler bietet seine drei Photogrammetrie-Bahnen kostenlos zum Download an. Sie sind mit OpenVR programmiert und mit Vive und Windows Mixed Reality getestet. Oculus-Brillen am PC oder Valve Index (Test) sollten auch funktionieren.

Besitzer von Playstation VR finden eine Alternative im Baukasten-Spiel Dreams VR: Auch hier baute ein Entwickler Disneyland-Achterbahnen nach, zwar rein digital, dafür aber deutlich hübscher.

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