Die Macher der Netflix-Doku “The Great Hack” präsentieren auf dem Sundance Film Festival eine VR-Erfahrung zum Thema Datenschutz und Privatsphäre. Sie soll sichtbar machen, in welchem Umfang smarte Geräte ihre Nutzer ausspionieren. 

The Great Hack, eine Netflix-Dokumentation über Cambridge Analytica, sorgte letztes Jahr für großes Aufsehen – ihr solltet The Great Hack unbedingt ansehen. Nun melden sich die Macher Karim Amer und Jehane Noujaim mit der VR-Installation “Persuasion Machines” (Deutsch: Beeinflussungsmaschinen) zurück, die aus einer neuen medialen Perspektive für die Datenschutz-Problematik sensibilisieren soll.

Doch weshalb gerade Virtual Reality? “Es gibt eine Ebene, die über das Medium Film hinausgeht und die dich vollkommen in das eintauchen lässt, was wir das ‘Data-Verse‘ nennen”, sagt Amer in einem Interview mit CNET. Das Techmagazin probierte die VR-Erfahrung vor Ort aus und beschreibt konkret, was Amer meint.

Das Unsichtbare sichtbar machen

Besucher der VR-Installation setzen sich eine HTC Vive auf und betreten einen virtuellen Wohnraum, der eigentlich ganz normal aussieht. Doch hier werden sie, anders als in der Realität, Zeuge der Datensammelprozesse smarter Geräte, die mit Virtual Reality visualisiert werden.

Während die VR-Nutzer im Raum umhergehen, werden sie aufgefordert, einer Reihe von Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärungen zuzustimmen. Eine allgegenwärtige KI-Assistentin flüstert einem derweil ein, welche Vorteile und Annehmlichkeiten die Geräte bieten und wird wütend, wenn man sich weigert.

Besucher können während der VR-Erfahrung Portale betreten, in denen erklärt und gezeigt wird, wie Smart-TVs, Smartphones, Laptops und Smart Speaker Nutzer ausspionieren. Kehrt man ins Wohnzimmer zurück, sieht man Raum die Überbleibsel und Spuren der Daten, die man während der Nutzung der Geräte hinterlässt.

VR und AR: Eine neue Dimension der Datensammelwut

Die Datenschutzproblematik entwickelt im Kontext von VR und AR besondere Brisanz, da entsprechende Geräte präzise Bewegungsdaten ihrer Nutzer aufzeichnen. Aus diesen Datensätzen können, wie Forscher zeigten, detaillierte Nutzerprofile gewonnen werden.

Aktuelle VR-Brillen wie Oculus Quest und Oculus Rift S haben Kameras verbaut, die für das räumliche Tracking Umgebungsdaten erfassen und auswerten. Die Technologie dürfte zudem fortschrittlicher werden und in Zukunft auch Augenbewegungen und Mimik erfassen.

Facebook, das wie kaum ein anderes Unternehmen in VR- und AR-Produkte investiert, nimmt sich bei der Datennutzung alle Freiheiten heraus. Das geht aus den Datenschutzrichtlinien hervor. Zuletzt beteuerte Facebook, dass sämtliche Bilddaten, die Oculus Rift S generiert, lokal verarbeitet werden sollen – also im Gerät oder auf dem angeschlossenen PC.

Persuasion Machines wird auf dem Sundance Film Festival im Rahmen des New-Frontiers-Programms gezeigt, das dieses Jahr 32 Projekte umfasst. Das gesamte XR-Programm kann man hier einsehen.

Letzte Aktualisierung am 26.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Titelbild: Karim Amer / Güvenç Özel, Quelle: CNET

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